Chris: „Wir haben nur eine Zukunft, wenn wir endlich auf Empathie und Solidarität bauen!“

Chris: „Wir haben nur eine Zukunft, wenn wir endlich auf Empathie und Solidarität bauen!“

Chris Moser, mutiger Aktivist, der sogar bereits im Gefängnis saß, weil er sich für Tiere einsetzt

Heute setzt Chris aus Österreich, die Aktion Männer inspirieren Männer fort! Er berichtet von seinem großen Engagement in der Tierbefreiungs- und Tierschutzszene! Er kassierte 2008 sogar eine Gefängnisstraße. Chris appelliert daran, sich Gedanken darüber zu machen, was für ein Mensch man eigentlich sein will und welche Werte man im Leben vertritt und fordert zudem dazu auf, die stereotypischen Rollenbilder kritisch zu hinterfragen. 
Hier geht es zu Teil 1: Männer inspirieren Männer Interviewaktion.

Chris Moser berichtet von seinem großen und mutigen Engagement in der Tierrechts- und Tierbefreiungsszene! Vegane Männer inspirieren Männer!  

1. Erzähl zunächst etwas über dich: Wer bist du?

Ich bin Chris Moser, geb. 1976. Ich bin ausgebildeter Stein- und Holzbildhauer. Ich lebe seit ca 1999 vegan und bin auch im Tierbefreiungs- & Tierschutzbereich aktivistisch tätig!
Ich war auch schon vorher aktiv, da vor allem im antifaschistischen, antirassistischem, antisexistischem und antikapitalistischen Bereich– aber um 1999 erweiterte ich meinen Aktivismus eben um das Thema Tierrechte, Antispezismus und Veganismus! Ich arbeite als bildernder Künstler und auch hier ist mir das thematisieren der Tierbefreiungsidee und allgemein Antispezismus neben anderen emanzipatorischen Ansätzen sehr wichtig! http://www.radikalkunst.net/. Seit 1994 stelle ich meine Arbeiten regelmässig in Österreich und einigen Nachbarländern aus!
 
Ich lebe gemeinsam mit meiner Frau Karin und unseren drei (schon fast erwachsenen) Kindern (Talia, Noah und Samuel) im Hochtal Wildschönau in Tirol, Österreich. Selbstverständlich lebt unsere gesamte Familie vegan. Neben meiner Kunst arbeite ich als Restaurator von archäologischen Bodenfunden, begleite Kinder und Jugendliche in der nichtdirektiven, freien Schule Lernwerkstatt Zauberwinkl (http://www.zauberwinkl.at/) beim kreativen Arbeiten in der Werkstatt und auch bei den wöchentlichen Waldtagen. Ich mache auch dezidierte Nachmittagsbetreuung von Kindern und Jugendlichen mit kreativem Schwerpunkt! Weiters hab ich auch die Ausbildung zum Natur- und Wildnistrainer gemacht und bin auch außerhalb meiner Betreuungstätigkeit für unsere Schule immer viel outdoor unterwegs …Kanutouren, Schneeübernachtungen & immer viel Feuer! : )
 
Seit 2006 bin ich  als Kampagnenkoordinator für den Verein gegen Tierfabriken in Tirol (VGT Austria, https://vgt.at/) tätig.
Hier veranstalte ich nach wie vor wöchentliche Infodemos und Aktionen (immer mit viel Feuer! : ) zur Tierbefreiung, Antispezismus und Veganismus in der Tiroler Landeshauptstadt Innsbruck! Im Zuge dessen wurde ich 2008 zusammen mit 9 weiteren Aktivist*innen für 3 Monate in Gefangenschaft gehalten, im Verdacht einer der Hauptakteure der militanten Tierrechtsszene in Österreich“ (Zitat Polizeibericht) zu sein. (https://tierschutzprozess.at/) Nach einem 14-monatigem Gerichtsprozess wurden wir natürlich 2011 alle freigesprochen!
– zum Prozess gibts diesen mehrfach preisgekrönten Kinofilm, „Der Prozess“: https://www.kino-zeit.de/film-kritiken-trailer-streaming/der-prozess-2011
Weiters erschien 2012 auch mein erstes Buch „Die Kunst Widerstand zu leisten!“ https://lesen.tibs.at/content/erwachsene/chris-moser-die-kunst-widerstand-zu-leisten
– nach und nach kamen meinerseits noch weitere Bücher nach : )
– 2013 erschien mein zweites Buch „m. E. meines Erachtens“ https://martinballuch.com/m-e-meines-erachtens-ein-buch-von-chris-moser-im-kyrene-verlag/
– 2014 erschien der Bild- und Gedichtband „Galerie des Entsetzens“ zusammen mit dem Deutschen Lyriker T. Hainer. https://www.berlin-vegan.de/blog/von-der-schoenheit-des-grauens/
– immer wieder bin ich zu Lesungen, Vorträgen und Ausstellungen im gesamten deutschen Sprachraum eigeladen.
Auch Einladungen in den Ethikunterrichten an Oberstufenschulen, komme ich regelmäßig nach um dort über Tierethik zu sprechen.

 

2. Weshalb lebst du vegan? Was war der Auslöser?

Zusammengefasst: ich war ja wie gesagt schon vorher aktivistisch im Bereich Antirassismus und Antisexismus tätig.
Irgendwann verknüpfte ich für mich: Wenn ich weiß, dass es nicht in Ordnung ist, wen wegen des biologischen oder sozialen Geschlechts zu diskriminieren oder aufgrund der Zugehörigkeit zu einer bestimmten Ethnie, kann es auch niemals in Ordnung sein, wen aufgrund der Zugehörigkeit zu einer bestimmten Spezies zu diskriminieren, auszubeuten und umzubringen! Das war die Initialzündung für meinen Antispezisistischen Aktivismus und der Grund natürlich fortan vegan zu leben!

3. Was müsste, deiner Meinung nach, noch getan werden um der Gesellschaft den Veganismus näher
zu bringen?

Aufdecken, informieren, aufdecken, Informieren! Dazu natürlich auch immer wieder auch blockieren : ) und Veganismus thematisieren wo es nur immer möglich ist!
Mit veganem Beispiel vorangehen und Veganismus als Konsequenz vorleben! Ich denk dazu gibt es auf alle Fälle mehrere Ansätze und Herangehensweisen und kaum eine einzig wahre!
…elementar find ich natürlich, dass wir in der Thematisierung von Antispezisismus als Befreiungsbewegung und Veganismus als emanzipatorischer Konsequenz niemals andere Unterdrückungs- und Ausbeutungsformen reproduzieren!

4. Statistisch gesehen leben überwiegend Frauen vegan. Hast du einen Tipp für Männer, die eventuell
Bedenken haben als unmännlich zu gelten, wenn sie vegan leben?

Was kann der Grund sein, warum mehr Frauen* vegan leben? Mein erster Tipp: „Scheiss drauf was als „unmännlich“ gesehen wird! : )
Es mag an „unserer“ nach wie vor zutiefst patriarchal geprägten und „toxisch männlich“ dominierten Gesellschaft liegen. Empathie wird als „schwach“ abgewertet, „Schwäche“ wird als „weiblich“ abgetan und „toxische Männlichkeit“ hat Angst davor, als „weiblich“ klassifizierte Seiten zu zeigen! Empathie sei „weiblich“, Gewalt und Stärke gelten als „männlich“.
Männer* brauchen „Fleisch“. Frauen* können Gemüse essen. Mein zweiter Tipp wäre hier: Nachdenken, Nachspüren. Was für ein Mensch möchte ich sein?
– vielleicht: was für ein Partner, was für ein Vater? Wir brauchen Empathie, Solidarität und Begegnungen auf Augenhöhe!
Die Zukunft geht nur vegan, dazu gehört es meiner Ansicht nach auch, tradierte toxische Rollen- und Gesellschaftsbilder abzulegen!

 

5. Welche Argumente, meinst du, benötigen einige Männer um zum Umdenken bewegt zu werden
(wenn es nicht die eigene Frau ist)?

Oftmals wird das ja über Umwege versucht, die dann praktisch „toxische Männlichkeiten in Vegan“ reproduzieren. Und damit meine ich natürlich keinesfalls „alle Bodybuilder*innen“! Nein, nicht alles was Muskeln zeigt muss toxisch sein, und körperliche Kraft steht Empathie ja nicht entgegen! Eher geht es um wirklich stereotype toxisch-männliche „Muckie-Vorbilder“.
– Und ich fürchte, das verschiebt das Problem nur ein wenig…
Und ich denke, dass kann nicht der Weg sein! Wie weiter oben bemerkt, würde die zutiefst problematischen Strukturen und Rollenbilder reproduzieren und zementieren.
Wirklich interessant und nachhaltig und mutig fände ich hingegen den Ansatz, sich von Rollenzuschreibungen wie „Empathie = Schwäche = Weilblich“ vs. „Gewalt = Stärke = Männlich (= „Fleisch!“) völlig zu verabschieden und diese endlich gänzlich zu überwinden! Verabschiedet euch von vorgegebenen Rollenbildern. Wichtig finde ich vielmehr: Was für ein Mensch möchte ich sein? Wofür möchte ich einstehen, woran sollen sich die Leute mal erinnern?

 

6. Eine Frage zu deinen persönlichen Erfahrungen. Wie reagieren Männer darauf, wenn sie
mitbekommen, dass du vegan lebst?

Naja, meinem Umfeld und auch weit darüber hinaus ist ja grundsätzlich bekannt, dass ich seit langem vegan lebe, insofern gibts da kaum Überraschungen! : ) Aber ich erwähnte ja Eingangs kurz, dass ich im Zusammenhang mit meinem antispezisistischen Aktivismus schon im Gefängnis war. Nun, das Gefängnis dürfen wir uns als sowas wie den Inbegriff toxischer Männlichkeiten vorstellen, wahrscheinlich ähnlich wie Kasernen und dergleichen…
Hier war es dann beispielsweise so, dass ich, nachdem ich brav einen Antrag darauf gestellt hatte, damit ich in den Trainingsraum darf, irgendwann in der Früh vom Schließer (Gefangenenwärter), der die Häftlinge zum Training brachte aus der Gemeinschaftszelle geholt wurde. Und zwar mit den Worten: „Gefangener 91001, Moser, Tierschützer, fertigmachen zum Trainieren!“ Als ich dann aus meiner Pritsche Aufstand und zur Zellentür kam, meine der Schließer verwundert: „Was, sie sind der Tierschützer?
Ich dachte alle Veganer wären blass und schwächlich!?“ Das war natürlich schon der Inbegriff dieses erwähnten toxischen Männlichkeitsbildes. Der springende Punkt, dass sich auch Männer* auf Veganismus einlassen können, wäre m. E. deshalb wie gesagt, diesen vorgegebenen Rahmen endlich zu sprengen! Und zwar im weiteren Sinne natürlich auch gleich aus mehreren (guten!) Gründen!

Chris Moser berichtet von seinem großen und mutigen Engagement in der Tierrechts- und Tierbefreiungsszene! Vegane Männer inspirieren Männer!

7. Wie hat dein Umfeld auf deine Entscheidung vegan zu leben reagiert?

Naja, das war 1998 – ich war künstlerisch und politisch in (m)einer absoluten „Sturm und Drang-Phase“ außerdem waren wir gerade Eltern geworden und ich denke, dass für die meisten Leute damals unsere Entscheidung zu alledem auch noch vegan zu leben, das „kleinste Problem“ war! : )

 

 

8. Wie reagierst du auf Kritik bzgl. deiner Ernährungsweise?

Ich lebe jetzt wie gesagt seit ca 1999 vegan, seitdem kam mir noch nie (fundierte) „Kritik“ daran unter, welche die Bezeichnung Kritik auch verdient hätte!
Nein, an Kritik kann ich mich nicht erinnern! Im alltäglichen Aktivismus hab ich natürlich allgemein mit vielen verständnislosen Leuten zu tun. Denen rate ich dann zu Informationen, welche ich natürlich auch stets bereitwillig zur Verfügung stelle!

9. Wie reagieren Frauen auf deinen Ernährungsstil?

Hm, keine Anhnung! : ) Wäre das eine Umfrage wert? : ) Die einzige Frau, deren Meinung über mich mir wirklich wichtig ist, ist ohnehin meine Frau Karin, und wie gesagt entschieden wir uns 1999 nach einigen Jahren als Vegetarier*innen gemeinsam für den konsequenten Schritt zum Veganismus!

 

10. Ist es dir wichtig, dass dein/e Partner/in auch vegan lebt?

Ja, selbstverständlich! Ich könnte mir das anders nicht vorstellen!
Es geht hier ja keinesfalls lediglich um einen „Ernährungsstil“ sondern um ethische und auch durchaus politische Werte!

11. Befinden sich noch andere Veganer oder Vegetarier in deinem Umfeld oder bist du (noch) der
Einzige?

Dadurch dass ich eben vor allem auch in Aktivistischen Kreisen unterwegs bin, sind die Veganer*innen in meinem Umfeld eher die Regel als die Ausnahme.

Chris Moser berichtet von seinem großen und mutigen Engagement in der Tierrechts- und Tierbefreiungsszene! Vegane Männer inspirieren Männer!

12. Was ist dein liebstes veganes Produkt?

Oh : ) Ich bin ja was meine Ernährungsvorlieben angeht wahrscheinlich keinesfalls „klassisch vegan“! : )
Ich liebe natürlich Pommes! Ich mag Burger, Hotdogs und Pflanzenfleisch! : )
Ich mag es am offenen Feuer zu kochen oder zu grillen!
Klassisch vegan mag ich am liebsten indisch, denk ich!

 

13. Gibt es noch etwas was du noch nicht veganen Männern mit auf den Weg
geben möchtest?

Welche Art Mensch möchtest du sein? Welche Art Mensch braucht die Welt? Lass dich darauf ein, Rollenbilder zu überwinden! Wir haben nur eine Zukunft, wenn wir endlich auf Empathie und Solidarität bauen! Das ist Veganismus! Ich freue mich sehr, mit euch allen die Welt zu verändern!

 

Lieber Chris, ganz lieben Dank für deine ausführlichen und ehrlichen Antworten! Du hast meinen größten Respekt für dein großes Engagement und vor allem für deinen Mut! Mach weiter so! Du beeindruckst sicherlich viele Menschen und machst ihnen Mut sich selbst kritisch zu hinterfragen. Danke!

Wenn du männlich bist, vegan und auch deine Erfahrungen mit anderen teilen willst, dann melde dich gerne bei mir und ich sende dir den Fragebogen zu! Ich freue mich auf deine Nachricht!

 

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Weitere Interviews der zweiten Runde:

Tom: „Liebe Männer, traut euch auszubrechen und neue Wege einzuschlagen“

Tom: „Liebe Männer, traut euch auszubrechen und neue Wege einzuschlagen“

Tom erzählt wie wichtig es ist mutig zu sein um Veränderungen anzustoßen

Tom, der selbst schon 10 Jahre vegan lebt und einen Gnadenhof betreibt, berichtet heute davon, wie spannend und bereichernd es sein kann, wenn man Veränderungen zulässt und neue Wege beschreitet. Somit setzt er heute die Aktion Männer inspirieren Männer fort. 
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1. Erzähl zunächst etwas über dich: Wer bist du?

Mein Name ist Tom, ich bin 37 Jahre alt und lebe seit 10 Jahren vegan. Ich bin in der glücklichen Lage, gemeinsam mit meiner Frau einen Gnadenhof mit 16 wunderbaren Tieren zu betreiben, bin über dies sehr darauf bedacht, für Wildtiere einen Lebensraum zu schaffen, die Artenvielfalt zu fördern, Gemüse und Obst zu kultivieren und so vieles wie nur möglich selbst zu machen / herzustellen, um selbstbestimmter leben zu können

Tom, der selbst schon 10 Jahre vegan lebt und einen Gnadenhof betreibt, berichtet heute davon, wie spannend und bereichernd es sein kann, wenn man Veränderungen zulässt. Vegane Männer

2. Weshalb lebst du vegan? Was war der Auslöser?

Es waren zunächst Ernährungsfragen, die mich zum Nach- bzw. Umdenken angeregt haben. Schlussendlich wurde dies, da ich ein wissbegieriger und selbstreflektierter Mensch bin, durch ethische Aspekte und Umweltgedanken gefestigt. Da ich eigentlich immer schon ein sehr tierlieber Mensch war, ich jedoch aufgrund meiner Sozialisierung gewisse tierausbeuterische Vorgänge in der Gesellschaft nicht hinterfragt habe, war es wohl nur eine Frage der Zeit, diesen Schritt zu gehen.

3. Was müsste, deiner Meinung nach, noch getan werden um der Gesellschaft den Veganismus näher
zu bringen?

Das ist eine schwierige Frage, da ja ohnehin schon sehr viel in diese Richtung unternommen wird. Jeder Mensch hat seine eigene Vorgeschichte und sein eigenes Umfeld bzw. seinen eigenen Horizont. Demnach kapiert’s der eine früher und der andere vielleicht später oder auch nie. 

Mir ist jedoch leider schon oft aufgefallen, dass sich Aktivisten zu wenig untereinander vernetzen oder aufgrund von Kleinigkeiten aufeinander losgehen. Das muss nicht sein!

4. Statistisch gesehen leben überwiegend Frauen vegan. Hast du einen Tipp für Männer, die eventuell
Bedenken haben als unmännlich zu gelten, wenn sie vegan leben?

Einfach authentisch bleiben, dann eröffnen sich wunderbare neue Wege. Veränderungen geschehen nur, weil Menschen Mut bewiesen haben. Falls Freunde und Verwandte nicht mit deiner Entscheidung klar kommen, dann nimm das nicht persönlich. Die meisten kommen mit Veränderungen zunächst nicht klar, weil sie so „engstirnig“ sozialisiert wurden.
Es gibt viele Orte, wo man als vegan lebender Mann neue Kontakte knüpfen kann, wie z.B. vegane Lokale, soziale Medien, Veranstaltungen, Gnadenhöfe, Vereine, …

Außerdem geht es nicht darum, dass jeder perfekt vegan lebt, sondern vielmehr, dass man grundsätzlich sein eigenes Tun immer wieder hinterfragt, nicht abstumpft und immer wieder mal Dinge verändert, die zu routiniert geworden sind. Und am besten ist es klein anzufangen und sich langsam „herauszufordern“, also einfach mal ein Fleischersatzprodukt auszuprobieren, Kuhmilch gegen Hafermilch zu tauschen, usw.. Wenn man es spielerisch probiert und als eine Art „Challenge“ an sich selbst sieht, ist es gar nicht so schwierig, wie man vielleicht anfangs denkt. Und von meiner Erfahrung kann ich sagen, dass es sehr spannend ist Neues auszuprobieren und dadurch ganz neue Möglichkeiten und Geschmäcker zu entdecken.

 

5. Welche Argumente, meinst du, benötigen einige Männer um zum Umdenken bewegt zu werden
(wenn es nicht die eigene Frau ist)?

Männern würde ich wärmstens empfehlen, grundsätzlich regelmäßig über den Tellerrand zu blicken, denn gerade das engstirnige Festhalten am üblichen Alltagstrott führt nicht selten dazu, dass Beziehungen scheitern. Also, liebe Männer, traut euch auszubrechen und neue Wege einzuschlagen, wie z.B. einen Monat vegan zu leben. Das imponiert bestimmt vielen Frauen.
Und falls ihr schon vergeben seid, denkt bitte mal nach, wie sich euer persönliches Konsumverhalten auf eure Nachkommen auswirkt. Du willst doch als Mann deine Herde schützen, oder? 😉

 

6. Eine Frage zu deinen persönlichen Erfahrungen. Wie reagieren Männer darauf, wenn sie
mitbekommen, dass du vegan lebst?

. Einige Männer, die ich kenne, reagierten respektvoll und interessiert, als sie erfuhren, dass ich mich rein pflanzlich ernähre. Anderen merkte man an, dass sie sich unwohl fühlten, wahrscheinlich weil sie das schlechte Gewissen plagte. Nur wenige Männer wurden mir gegenüber ungehalten.

 

7. Wie hat dein Umfeld auf deine Entscheidung vegan zu leben reagiert?

Für meine Umgebung war es zu Beginn schon – und ich lebe ja schon seit 10 Jahre vegan – eine unfassbare Entscheidung meinerseits. Ich denke, es hat sich im Laufe der Zeit jedoch wesentlich verbessert, nicht zuletzt aufgrund der Tatsache, dass der Veganismus in den letzten Jahren einen enormen Aufschwung erfahren hat und ein Veganer nun nicht mehr so selten anzutreffen ist wie eine blaue Mauritius Briefmarke. 😉

 

Tom, der selbst schon 10 Jahre vegan lebt und einen Gnadenhof betreibt, berichtet heute davon, wie spannend und bereichernd es sein kann, wenn man Veränderungen zulässt. Vegane Männer

8. Wie reagierst du auf Kritik bzgl. deiner Ernährungsweise?

Ich versuche mittlerweile ruhig, verständnisvoll und sachlich zu bleiben, ohne belehrend zu wirken. Damit habe ich gute Erfahrungen gemacht.

9. Wie reagieren Frauen auf deinen Ernährungsstil?

Frauen finden das häufig bewundernswert und wollten mich deshalb in den meisten Fällen näher kennenlernen.

 

10. Ist es dir wichtig, dass dein/e Partner/in auch vegan lebt?

Mir ist es v.a. wichtig, dass meine Partnerin meine Gesinnung versteht und respektiert, empathisch ist sowie darüber hinaus auch bereit ist, ihr Konsumverhalten zu überdenken. Da ich leidenschaftlicher Hobbykoch bin, ist es, denke ich, in vielen Fällen möglich, mit leckeren Argumenten zu überzeugen. 🙂

11. Befinden sich noch andere Veganer oder Vegetarier in deinem Umfeld oder bist du (noch) der
Einzige?

Meine Frau und meine Schwiegermutter leben ebenfalls vegan.

 

12. Was ist dein liebstes veganes Produkt?

Momentan bin ich vom veganen Lachs der Firma Revo sehr angetan. Ich finde es großartig, was dieses Startup auf die Beine gestellt hat. Es zeigt doch einmal mehr, dass nicht das Lebewesen für ein Geschmackserlebnis herhalten müsste, sondern, wie in diesem Fall, die pflanzliche Nahrungsquelle des Tieres selbst, also die Algen den typischen bekannten Geschmack aufweisen. Also wie in eigentlich allen Fällen von veganen Lebensmitteln: Genuss ohne Verzicht, aber mit einem wesentlichen Unterschied: kein Tier muss dafür gezüchtet, ausgebeutet und getötet werden!

 

13. Gibt es noch etwas was du noch nicht veganen Männern mit auf den Weg
geben möchtest?

Traut euch und beweist euch selbst und den Männern in eurem Umfeld, dass es mutig und bewundernswert ist, anders zu sein und neue Wege auszuprobieren!

 

Lieber Tom, einen ganz lieben Dank an dich und deine Antworten! Ich hoffe, dass viele Männer durch deine Zeilen den Mut fassen sich für Veränderungen zu öffnen und Vorurteile ablegen. Mit deinen Worten nimmst du sicherlich einigen Männern so manche Bedenken. Danke! Viel Erfolg und alles Gute für deinen Gnadenhof!

Wenn du männlich bist, vegan und auch deine Erfahrungen mit anderen teilen willst, dann melde dich gerne bei mir und ich sende dir den Fragebogen zu! Ich freue mich auf deine Nachricht!

 

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Weitere Interviews der zweiten Runde:

Michael: „Ich finde es fehlt Männern im allgemeinen eine Kultur von Ernährungsbewusstsein.“

Michael: „Ich finde es fehlt Männern im allgemeinen eine Kultur von Ernährungsbewusstsein.“

Michael findet es wichtig, dass Männer Verantwortung für ihre eigene Gesundheit übernehmen und für unseren Planeten

Michael aus Wien führt heute die Interviewreihe Männer inspirieren Männer fort.
Hier geht es zu Teil 1: Männer inspirieren Männer Interviewaktion.
Er spricht offen an, dass vielen Männern Bewusstsein für ihre Ernährung fehlt und fordert sie auf, mal öfter selbst den Kochlöffel zu schwingen. Zudem appelliert er daran, wie wichtig es ist, einfach mal was Neues zu probieren und Vorurteile zur Seite zu schieben. 

1. Erzähl zunächst etwas über dich: Wer bist du?

Ich bin Einzelunternehmer, Betreiber und Chefkoch vom Mittagslokal „Sattva Vegan“ in Wien.

Er spricht offen an, dass vielen Männern Bewusstsein für ihre Ernährung fehlt und fordert sie auf, mal öfter selbst den Kochlöffel zu schwingen. Vegane Männer im Interview. 

2. Weshalb lebst du vegan? Was war der Auslöser?

Ich habe lange überlegt und auch zu Hause vegetarisch gelebt, bis endlich der Punkt gekommen ist wo ich mich entschieden habe, dass Tierwohl über Convenience und Geschmack vorgehen soll – und bin quasi über Nacht komplett vegetarisch geworden. Der Umstieg auf vegan hat weitere 2 Jahre gedauert – da habe ich meiner Partnerin vorgeschlagen, wir sollen es doch ausprobieren, da ich ohnehin laktoseintolerant sei und die ethische Bedingungen hinter Eier und Milchprodukte jenseits von unbedenklich sind. Nach ein paar Wochen waren wir überzeugte Vertreter der veganen Bewegung!

3. Was müsste, deiner Meinung nach, noch getan werden um der Gesellschaft den Veganismus näher
zu bringen?

Ich finde das überzeugendste Argument heutzutage ist die Klimakrise. Jede/r kann behaupten bzw. sich selber überzeugen, er/sie lebt gesund und schaut auf Tierwohl, auch wenn das nicht wirklich stimmt. Aber die harten Zahlen sagen aus, dass eine vegane Ernährung (insb. eine ausgewogene ohne lauter in Plastik verschweißte Junkfood) der wichtigste Schritt gegen Global Warming darstellt, was eine einzelne Person machen kann.

4. Statistisch gesehen leben überwiegend Frauen vegan. Hast du einen Tipp für Männer, die eventuell
Bedenken haben als unmännlich zu gelten, wenn sie vegan leben?

Get over yourselves and your stereotypes. Das würde ich denen sagen, die das wirklich als Begründung angeben. Ich habe relativ wenig Toleranz für Männer, die so reden. Zum Glück machen es die meisten, wenn dann eher unterbewusst, und sobald sie ein Beispiel anhand von mir sehen wird das Ganze ein gutes Stück vorstellbarer.

 

5. Welche Argumente, meinst du, benötigen einige Männer um zum Umdenken bewegt zu werden
(wenn es nicht die eigene Frau ist)?

Ich finde es fehlt Männern im allgemeinen eine Kultur von Ernährungsbewusstsein. Es wäre mal wichtig, dass Jungen und Männer lernen, für ihre eigene Gesundheit (sowie die Gesundheit des Planeten) zu sorgen. Und für sich selber und ihre Familien zu kochen! Weg mit diesen Erwartungen, dass Männer keine Ahnung von Kochen haben müssen/sollen, außer wie man einen Grill anschmeißt.

 

6. Eine Frage zu deinen persönlichen Erfahrungen. Wie reagieren Männer darauf, wenn sie
mitbekommen, dass du vegan lebst?

Männer sind im Durschnitt etwas skeptischer als Frauen, jedoch meistens auch neugierig.

 

7. Wie hat dein Umfeld auf deine Entscheidung vegan zu leben reagiert?

Einige Leute finden das cool bzw. sind zumindest an den Gründen interessiert. Ein paar Freunde haben sich sogar entschieden, auf vegetarisch oder vegan umzusteigen. Es gibt immer Leute, die das nicht verstehen wollen. Aber das ist ihr Problem. Ich bin da, mit einer ehrlichen, nicht vorwurfsvollen Stimme, wenn jemand zu dem Thema wirkliche Interesse zeigt.

Er spricht offen an, dass vielen Männern Bewusstsein für ihre Ernährung fehlt und fordert sie auf, mal öfter selbst den Kochlöffel zu schwingen. Vegane Männer im Interview.

 

8. Wie reagierst du auf Kritik bzgl. deiner Ernährungsweise?

Ich habe sehr viele Argumente für die vegane Ernährung. Ich fange meistens beim Klimathema an, wenn es um das „Warum“ geht. Wenn es ums Gesundheitliche geht habe ich auch jede Menge Gegenbeweise, dass die gängige Sprüche gegen Veganismus eigentlich nicht stimmen.

9. Wie reagieren Frauen auf deinen Ernährungsstil?

Im Allgemeinen weniger skeptisch als Männer – weil viele schon selber überlegt haben oder de vegane Lebensstil ausprobieren möchten. Aber ich habe auch ein paar getroffen, die genauso stur wie der schlimmste anti-vegane Mann waren.

 

10. Ist es dir wichtig, dass dein/e Partner/in auch vegan lebt?

Ja – zum Glück sind wir uns in diesem Hinsicht einig.

11. Befinden sich noch andere Veganer oder Vegetarier in deinem Umfeld oder bist du (noch) der
Einzige?

Heutzutage passiert es immer häufiger, zumindest in der Großstadt, dass man vegan lebende Menschen in jedem Sozialkreis begegnet! Außerdem haben meine Eltern und mein Bruder sich (unabhängig von mir!) vor einigen Jahren entschieden, sich vegan zu ernähren. Und wie erwähnt, lebt meine Partnerin auch vegan. Also fühle ich mich zum Glück mit meinem Vegansein nicht allein.

 

12. Was ist dein liebstes veganes Produkt?

Sämtliche Arten von Hülsenfrüchten, am besten frisch gekocht! Sie sind Eiweißbomben und dazu für jeden leicht erschwinglich. Man muss einfach eine Quelle für trockene Hülsenfrüchte finden. Zum Glück haben die meisten Biomärkte, Großmärkte, und indischen Läden ein gutes Sortiment.

 

13. Gibt es noch etwas was du noch nicht veganen Männern mit auf den Weg
geben möchtest?

Falls du in einem Umfeld mit vegan lebenden Frauen lebst: was hält dich davon ab, diese Ernährungsweise zu probieren? Sind es die angebliche Meinungen von anderen Männer im Umfeld? Sollte man nicht evtl. lieber auf die Frauen hören? 😉

 

Lieber Michael, lieben Dank für deine offenen Worte! Ich finde es so gut, dass du an die Männer und ihr Verantwortungsbewusstsein gegenüber ihrer Gesundheit und dem Planeten, appellierst. Ich denke, es ist ein wahrer Ansatz, anzusprechen, dass einigen Männern das Bewusstsein für ihre Ernährung fehlt und daran gearbeitet werden sollte. Danke für deine Antworten! Du wirst sicherlich so manche Männer zum Nachdenken anregen. Danke für deinen Einsatz!

Wenn du männlich bist, vegan und auch deine Erfahrungen mit anderen teilen willst, dann melde dich gerne bei mir und ich sende dir den Fragebogen zu! Ich freue mich auf deine Nachricht!

 

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Weitere Interviews der zweiten Runde:

Oliver: „Das ist nicht männlich – das ist ignorant.“

Oliver: „Das ist nicht männlich – das ist ignorant.“

Hunde streicheln und Schweine essen. Oliver konnte das nicht mehr ertragen und so begann sein Weg zum Veganismus

Oliver aus der Nähe von Frankfurt am Main erzählt heute von seinem Weg zum Veganismus und erweitert somit die Interviewreihe Männer inspirieren Männer.
Hier geht es zu Teil 1: Männer inspirieren Männer Interviewaktion.
Erfahrt wie Oliver sein Wertesystem hinterfragte und es nicht mehr ertrug zwischen Hunden und Nutztieren zu unterscheiden.

 

1. Erzähl zunächst etwas über dich: Wer bist du?

Mein Name ist Oliver Haas. Ich bin 44 Jahre alt und arbeite hauptberuflich als Redakteur einer Wochen- und Tageszeitung in der Nähe von Frankfurt am Main. Im Nebenberuf bin ich zertifizierter veganer Ernährungsberater mit Schwerpunkt Gewichtsabnahme.

 

2. Weshalb lebst du vegan? Was war der Auslöser?

Ich liebe schon immer Tiere und konnte es nicht weiter ertragen, dass ich einen Hund streichele und in der nächsten Sekunde in ein Schnitzelbrötchen beiße, für das ein Tier sterben und leiden musste. Richtigen Auslöser gab es keinen. Ich denke, es waren mehrere Komponenten. Diverse Dokus über Massentierhaltung haben natürlich den Wunsch „dieses Vegan mal auszuprobieren“ verstärkt.

Erfahrt wie Oliver sein Wertesystem hinterfragte und es nicht mehr ertrug zwischen Hunden und Nutztieren zu unterscheiden.

 

3. Was müsste, deiner Meinung nach, noch getan werden um der Gesellschaft den Veganismus näher
zu bringen?

Man müsste noch mehr zeigen, dass „Vegan sein“ nicht „Verzicht“ bedeutet, sondern das Gegenteil der Fall ist. Seit ich mich vegan ernähre (seit meinem 40. Lebensjahr) ist mein Leben wesentlich besser geworden – auch kulinarisch. Wichtig wäre allerdings für den Veganismus auch, dass nicht zu verurteilend mit anderen umgegangen wird, die sich nicht 100% vegan ernähren. Jeder Schritt zählt. Und wenn jemand früher 5 x die Woche Fleisch gegessen hat und dies nur noch 2x macht (auch, wenn ich natürlich mir ein 0x wünschen würde), dann ist das prima! Und vorleben statt Verurteilen sollte die Maxime sein. Zeigen, wie geil die vegane Küche ist, anstatt Moralpredigten zu halten.

 

4. Statistisch gesehen leben überwiegend Frauen vegan. Hast du einen Tipp für Männer, die eventuell
Bedenken haben als unmännlich zu gelten, wenn sie vegan leben?

Es hat nichts mit Männlichkeit zu tun, als Nahrung ein gequältes und getötetes Lebewesen zu essen, wenn es eine Alternative gibt. Das ist nicht männlich – das ist ignorant.

 

5. Welche Argumente, meinst du, benötigen einige Männer um zum Umdenken bewegt zu werden
(wenn es nicht die eigene Frau ist)?

Dein Leben wird besser – nicht schlechter. Es ist die große Angst des Mannes, dass er ohne tierische Produkte in seiner Nahrung – plötzlich weniger Genuss am Essen hat. Diese Angst gilt es zu nehmen. Und natürlich, dass Männer mit pflanzlicher Ernährung ohne Probleme alle Nährstoffe (Stichwort: Proteine für Muskelaufbau) bekommen.

 

6. Eine Frage zu deinen persönlichen Erfahrungen. Wie reagieren Männer darauf, wenn sie
mitbekommen, dass du vegan lebst?

Eigentlich ganz normal. Dumme Sprüche kommen selten dazu. Liegt aber auch daran, dass ich mein Umfeld weise wähle und versuche, Idioten aus dem Weg zu gehen 😉

 

7. Wie hat dein Umfeld auf deine Entscheidung vegan zu leben reagiert?

Es kamen natürlich die üblichen Sprüche wie: „Ja, aber Nährstoffmängel, Protein, Eisen.. etc.“ „Fehlt dir dann nicht was?“. Aber mittlerweile – nachdem ich auch 40 Kilo abgenommen hatte, topfit bin (u.a. 2 Marathons gefinished), so gut aussehe und fühle wie nie, kommt sowas nicht mehr.

 

8. Wie reagierst du auf Kritik bzgl. deiner Ernährungsweise?

Ich ersticke jede Kritik mit wohl überlegten Argumenten bezüglich gesunder veganer Ernährungsweise. Hat bislang zu 100 % immer funktioniert. Und das liegt nicht daran, dass ich so ein toller Hecht bin, sondern eben daran, dass es kein einziges (sinnvolles) Argument gegen eine vegane Ernährungsweise gibt. Sollten „dumme“ Kommentare kommen und ich merke sofort, dass mein Gegenüber für Argumente nicht empfänglich ist, dann spare ich mir die Lebenszeit für eine Antwort und ignoriere es.

Erfahrt wie Oliver sein Wertesystem hinterfragte und es nicht mehr ertrug zwischen Hunden und Nutztieren zu unterscheiden.

9. Wie reagieren Frauen auf deinen Ernährungsstil?

Fast ausschließlich positiv.

 

10. Ist es dir wichtig, dass dein/e Partner/in auch vegan lebt?

Mittlerweile wäre es wohl schon schwierig, da vegane Ernährungsweise schon sehr viel mit fundamentalen Einstellungen zu gewissen Dingen im Leben bedeutet. Auf der andere Seite: Wenn ich jemanden liebe, dann ja das Gesamtpaket – sprich auch Sachen (dass die Person Fleisch isst z.B.), die mir nicht so gefallen. Als ich mit meiner Freundin zusammen gezogen bin, ernährte sie sich noch mischköstlich. Ich war bis dato ein Jahr vegan. Und etwa ein Dreivierteljahr danach war sie dann auch vegan. Wobei ich keinerlei Druck ausgeübt hatte. Ich hatte ihr natürlich vollkommen frei gestellt, wie sie sich ernähren will. Habe halt nur regelmäßig vegan für sie gekocht.

 

11. Befinden sich noch andere Veganer oder Vegetarier in deinem Umfeld oder bist du (noch) der
Einzige?

Mein Freundin und vereinzelte Personen. 20 Prozent würde ich sagen.

 

12. Was ist dein liebstes veganes Produkt?

Eines zu nennen ist schwer – gibt so viel Leckeres. Aber Räuchertofu (vom Aldi) finde ich mega.

 

13. Gibt es noch etwas was du noch nicht veganen Männern mit auf den Weg
geben möchtest?

Sei kein Angsthase und probiere es einfach mal aus – lohnt sich!

 

 

Lieber Oliver, ich danke dir für deine Teilnahme! Ich fand es toll zu lesen, dass es anscheinend schon immer in der gebrodelt hat, wenn es um den Fleischkonsum ging. Klasse, dass du dich selbst kritisch hinterfragt hast und zu dem Entschluss gekommen bist, dass es so nicht weitergeht. Deine Antworten dienen einigen Männern sicherlich als Stütze und machen ihnen Mut. Danke dafür!

 

Wenn du männlich bist, vegan und auch deine Erfahrungen mit anderen teilen willst, dann melde dich gerne bei mir und ich sende dir den Fragebogen zu! Ich freue mich auf deine Nachricht!

 

Hier geht es zu Teil 1: Männer inspirieren Männer Interviewaktion

Hier sind weitere Interviews der zweiten Runde der großen Interviewaktion: Männer inspirieren Männer

Ludwig: Sein Weg vom Fleischliebhaber zum Veganer

Ludwig: Sein Weg vom Fleischliebhaber zum Veganer

Der Vater dreier Kinder erzählt voller Überzeugung von seinem Weg zum Veganismus und seinem Umgang damit

Ludwig, 3-facher Papa aus Berlin, ist heute an der Reihe die große Aktion: Männer inspirieren Männer fortzusetzen. Hier geht es zu Teil 1: Männer inspirieren Männer Interviewaktion.
Lest wie Ludwig als Fleischliebhaber zum Veganismus fand und wie er mit Kritik umgeht und welcher Gedanke ihm dabei hilft die typischen Anti Veganer Sprüche auszuhalten. Zudem lässt er uns an seinen Gedanken teilhaben, die er hat um den Veganismus gesellschaftsfähiger zu etablieren. 

Lest wie Ludwig als Fleischliebhaber zum Veganismus fand und wie er mit Kritik umgeht und welcher Gedanke ihm dabei hilft die typischen Anti Veganer Sprüche auszuhalten.

1. Erzähl zunächst etwas über dich: Wer bist du?

Mein Name ist Ludwig Mewes, ich bin Baujahr 1987 und Vater von 2 Jungs (7 und 3 Jahre alt) und einer Tochter (10 Monate alt), wobei mein Ältester bei meiner Exfrau lebt.

Ich bin gelernter Kaufmann und Handelsfachwirt und arbeite als stellv. Marktleiter beim Raumausstatter Hammer Heimtex in Berlin. Dort berate ich Kunden zur Gestaltung ihrer 4 Wände, dem Boden, der Fenster und Möbel. Da man dort sehr intensiv mit den Kunden ins Detail geht, kommen auch viele persönliche Einflüsse beider Seiten ans Licht und ab und zu landet man irgendwie auch mal beim Thema Veganismus. Das macht doppelt Spaß, denn viele sind tatsächlich interessiert und wollen auch mehr dazu erfahren! Bei denen, die eher nicht so darauf anspringen dränge ich mich natürlich nicht auf, dass tue ich generell nicht beim Thema vegane Ernährung & Lebensweise.

 

2. Weshalb lebst du vegan? Was war der Auslöser?

Meine jetzige Partnerin und Mutter meiner beiden Jüngsten hat mich vor knapp zwei Jahren eines Tages gefragt, wie ich zu dem Thema „weniger oder gar kein Fleisch essen“ stehe und ob ich mir das vorstellen könne. Da ich durch diverse mediale Einflüsse schon länger mitbekommen habe, wie die Menschheit sich durch Massentierhaltung, Umweltverschmutzung u.v.m. langsam aber sicher selbst abschafft und ich, zwar als absoluter Fleischliebhaber, aber auch immer bereit bin, Neues auszuprobieren, habe ich geantwortet, dass ich es ausprobieren würde.

Gesagt getan, aus vegetarisch wurde vegan, diverse Dokumentationen bestärkten mich/uns in meiner/unserer Entscheidung.

Auch das Zitat von Leo Tolstoi: „Solange es Schlachthöfe gibt, wird es auch Schlachtfelder geben!“ prägt seit dem mein Denken und Handeln. Man hinterfragt viel mehr das weltpolitische Geschehen, die Gier nach Ressourcen jeder Art… (ist einen eigenen Artikel wert!) 

Lest wie Ludwig als Fleischliebhaber zum Veganismus fand und wie er mit Kritik umgeht und welcher Gedanke ihm dabei hilft die typischen Anti Veganer Sprüche auszuhalten.

3. Was müsste, deiner Meinung nach, noch getan werden um der Gesellschaft den Veganismus näher
zu bringen?

Nach nun über zwei Jahren veganer Lebensweise und das glücklicherweise in einer Zeit, in der das Angebot an veganen Produkten immer größer und besser ersichtlich wurde, ist mir aufgefallen, dass man Veganern und deren Lebensweise gegenüber immer noch viel zu viele Vorurteile hat und eigentlich gar nicht genau weiß, was vegan eigentlich bedeutet.

Der Staat müsste hier aber nicht nur helfen Aufklärungsarbeit leisten, sondern massiv auch folgende Dinge anpacken:

  1. Lobbyismus (jeder Art) extrem beschränken/verbieten
  2. Massentierhaltung Schritt für Schritt reduzieren und verbieten
  3. Aufklärungsarbeit zur gesunden und abwechslungsreichen veganen Ernährung schon in Kitas und Schulen leisten
  4. Subventionen an die „Richtigen“ verteilen (Thema EU Agrarwirtschaft&Co.)
  5. Vegane und gesunde Lebensweise belohnen und helfen, das auch in andere Länder der Welt zu übertragen
  6. Generell global mehr Einfluss auf die Missstände nehmen und andere Länder mit ins Boot holen

uvm.

 

4. Statistisch gesehen leben überwiegend Frauen vegan. Hast du einen Tipp für Männer, die eventuell
Bedenken haben als unmännlich zu gelten, wenn sie vegan leben?

Je nach Charakter meines Gegenüber hilft da entweder „Wetten abschließen/triezen“ (nach dem Motto: Würdest du eh nie durchhalten…keine 30 Tage), bei Singles dem Mann verklickern, dass viele Frauen darauf stehen, wenn der Mann sich gesund ernährt und Verantwortung für die Zukunft der Welt/Nachfahren übernimmt und/oder einfach darauf hinweisen, dass nicht die Meinung anderer zählt, sondern nur die Eigene und dass es ein Zeichen von Stärke und Selbstbewusstsein ist, wenn man „neue Wege“ mit als Erster geht.

 

5. Welche Argumente, meinst du, benötigen einige Männer um zum Umdenken bewegt zu werden
(wenn es nicht die eigene Frau ist)?

Wie bei Antwort 4.

 

6. Eine Frage zu deinen persönlichen Erfahrungen. Wie reagieren Männer darauf, wenn sie
mitbekommen, dass du vegan lebst?

Die meisten Männer reagieren klassisch: geschockt, belustigt, hämisch oder einfach nur Kopf schüttelnd…

„Wie kann man nur…“, „Ich könnte das nicht…“, „Das ist doch total ungesund! Die ganzen wichtigen Nährstoffe…!“ usw.

 

7. Wie hat dein Umfeld auf deine Entscheidung vegan zu leben reagiert?

Wie bei meiner Antwort zu 6. es musste viel Aufklärungsarbeit geleistet werden, aber man bekommt trotzdem regelmäßig „Sprüche“ um die Ohren. Mittlerweile ist aber die nahe Verwandtschaft darauf eingestellt und hat auch vegane Gerichte im Petto…

 

8. Wie reagierst du auf Kritik bzgl. deiner Ernährungsweise?

Immer sachlich. Man versucht die Vorurteile für Gesundheit, Tierwohl und den Planeten schonend zu erläutern, nur hören die meisten Kritiker trotzdem nach 2-3 Minuten nicht mehr zu und ziehen sich zurück in ihre „Heile Welt“-Blase. Wenn dann noch der Standardspruch kommt, warum die blöden Veganer immer alle „bekehren“ wollen (obwohl man mit dem Thema ja selbst nie anfängt), möchte man verzweifeln! Aber der Gedanke und das Wissen, etwas Gutes für sich und seine Umwelt zu tun, hilft, sich davon nicht runter machen zu lassen.

Lest wie Ludwig als Fleischliebhaber zum Veganismus fand und wie er mit Kritik umgeht und welcher Gedanke ihm dabei hilft die typischen Anti Veganer Sprüche auszuhalten.

9. Wie reagieren Frauen auf deinen Ernährungsstil?

Geteilt. Die eine Hälfte reagiert standardmäßig mit: „Oh Gott, das könnte ich nicht“ oder „Da kann man ja fast gar nichts mehr essen…“, allerdings hört diese Hälfte trotzdem eher und länger zu, als die männlichen Kritiker.

Die andere Hälfte findet es gut und erzählt zumindest teilweise ebenfalls schon weniger Fleisch zu essen oder gar in Richtung vegetarisch oder vegan sich zu entwickeln.

 

10. Ist es dir wichtig, dass dein/e Partner/in auch vegan lebt?

Da mich meine Partnerin dazu gebracht hat und ich hoffe, mich nicht noch mal nach einer neuen Partnerin umsehen zu müssen, beantworte ich die Frage mal kurz und knapp mit: Ja! 😉

11. Befinden sich noch andere Veganer oder Vegetarier in deinem Umfeld oder bist du (noch) der
Einzige?

Außerhalb meines eigenen Haushaltes gibt es einige, die sich vegetarisch ernähren, reine Veganer habe ich (noch) nicht im Freundes- und Bekanntenkreis. Allerdings bringe ich ab und zu jemandem etwas Veganes zum Essen mit, von dem ich glaube, demjenigen zumindest mal zu zeigen, dass man den gleichen oder ähnlichen Geschmack auch ohne Tierleid und zum fast gleichen Preis bekommt. (Natürlich nur bei Leuten, bei denen ich weiß, dass ich ihnen damit nicht auf den Wecker gehe und die nicht gleich Ihre Augen verdrehen und von vornherein schon deshalb ablehnend reagieren…)

 

12. Was ist dein liebstes veganes Produkt?

Da gibt es mehrere Sachen:

Ich war nie ein Milch Trinker und kam auch anfangs nie an Hafer-, Soja-, Mandel- oder Reismilch heran, aber man hat trotzdem alles mal probiert und ich habe einen klaren Favoriten: „Shhh … this ist not MILK von Alpro“ schmeckt nicht nur fast genauso wie Kuhmilch, sondern mir sogar besser, sodass ich eben auch mal einfach so ein Glas trinke, was ich sonst früher mit Kuhmilch nie getan habe!

Als schnellen Hungerkiller kann ich den Brokkoli-Burger von SoFine sehr empfehlen. Die beiden Patties 4-5 Minuten in der Pfanne braten, mit Tomaten, Gurken und Salat auf ein Brötchen packen und du bist erstmal satt!

Für das Frühstücksbrötchen nehme ich als alter Fleisch- und Wurstliebhaber gerne die vegane Rügenwalder Mühle Teewurst fein, da auch die zu fast 100% an den originalen Geschmack herankommt!

13. Gibt es noch etwas was du noch nicht veganen Männern mit auf den Weg
geben möchtest?

Liebe „unvegane“ Männer, googelt mal „vegane Sportler“ oder „vegane Schauspieler“… die sind trotzdem cool und vor allem fit! Novak Djokovic, Carl Lewis, Johnny Depp und Leonardo DiCaprio … um nur einige Beispiele zu nennen!

Vegan tut nicht weh! Ich habe 10 Kg gesund abgenommen und halte nun mein Gewicht stabil! Nach einiger Zeit hat man den Dreh raus, was man eben Alternativ lecker essen kann und vermisst es nicht mehr! (vergleichbar mit dem Rauchen oder Trinken aufhören…) und wer trotzdem gerne mal Fastfood in sich rein stopfen will, für den gibt es jetzt sogar bei McDonalds, BurgerKing oder Domino’s eine echt große Palette an veganen oder „plant-based“ Produkten, die den Originalen geschmacklich in nichts nachstehen!

Einfach mal ausprobieren! Einfach mal machen! Und ganz wichtig: Hinterfragt das System! Wer sponsert die Studien über die gesunde Ernährung mit Fleisch und Milch und lässt euch glauben, das sei gesund? Na? Drei Mal dürft ihr raten! 😉

Ich schließe mit den Worten eines großen Musikers: „Heal the world, make it a better place!“ Michael Jackson

 

 

Lieber Ludwig, ganz lieben Dank für deine inspirierenden und offenen Worte! Deine Lösungsansätze finde ich klasse und stimme dir bei vielem zu! Klasse, dass du so offen warst und eine pflanzliche Ernährung einfach erst einmal probiert hast ohne sie gleich, aufgrund von Vorurteilen, abzulehnen. Toll, welchen Weg du eingeschlagen hast und wie intensiv deine Gedanken dazu sind! Ich bin mir sicher, dass deine Worte viele Männer zum Nachdenken anregen. Danke für deine Offenheit darüber zu sprechen!

 

Wenn du männlich bist, vegan und auch deine Erfahrungen mit anderen teilen willst, dann melde dich gerne bei mir und ich sende dir den Fragebogen zu! Ich freue mich auf deine Nachricht!

 

Hier geht es zu Teil 1: Männer inspirieren Männer Interviewaktion

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