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Oliver: „Das ist nicht männlich – das ist ignorant.“

Hunde streicheln und Schweine essen. Oliver konnte das nicht mehr ertragen und so begann sein Weg zum Veganismus

Oliver aus der Nähe von Frankfurt am Main erzählt heute von seinem Weg zum Veganismus und erweitert somit die Interviewreihe Männer inspirieren Männer.
Hier geht es zu Teil 1: Männer inspirieren Männer Interviewaktion.
Erfahrt wie Oliver sein Wertesystem hinterfragte und es nicht mehr ertrug zwischen Hunden und Nutztieren zu unterscheiden.

 

1. Erzähl zunächst etwas über dich: Wer bist du?

Mein Name ist Oliver Haas. Ich bin 44 Jahre alt und arbeite hauptberuflich als Redakteur einer Wochen- und Tageszeitung in der Nähe von Frankfurt am Main. Im Nebenberuf bin ich zertifizierter veganer Ernährungsberater mit Schwerpunkt Gewichtsabnahme.

 

2. Weshalb lebst du vegan? Was war der Auslöser?

Ich liebe schon immer Tiere und konnte es nicht weiter ertragen, dass ich einen Hund streichele und in der nächsten Sekunde in ein Schnitzelbrötchen beiße, für das ein Tier sterben und leiden musste. Richtigen Auslöser gab es keinen. Ich denke, es waren mehrere Komponenten. Diverse Dokus über Massentierhaltung haben natürlich den Wunsch „dieses Vegan mal auszuprobieren“ verstärkt.

Erfahrt wie Oliver sein Wertesystem hinterfragte und es nicht mehr ertrug zwischen Hunden und Nutztieren zu unterscheiden.

 

3. Was müsste, deiner Meinung nach, noch getan werden um der Gesellschaft den Veganismus näher
zu bringen?

Man müsste noch mehr zeigen, dass „Vegan sein“ nicht „Verzicht“ bedeutet, sondern das Gegenteil der Fall ist. Seit ich mich vegan ernähre (seit meinem 40. Lebensjahr) ist mein Leben wesentlich besser geworden – auch kulinarisch. Wichtig wäre allerdings für den Veganismus auch, dass nicht zu verurteilend mit anderen umgegangen wird, die sich nicht 100% vegan ernähren. Jeder Schritt zählt. Und wenn jemand früher 5 x die Woche Fleisch gegessen hat und dies nur noch 2x macht (auch, wenn ich natürlich mir ein 0x wünschen würde), dann ist das prima! Und vorleben statt Verurteilen sollte die Maxime sein. Zeigen, wie geil die vegane Küche ist, anstatt Moralpredigten zu halten.

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4. Statistisch gesehen leben überwiegend Frauen vegan. Hast du einen Tipp für Männer, die eventuell
Bedenken haben als unmännlich zu gelten, wenn sie vegan leben?

Es hat nichts mit Männlichkeit zu tun, als Nahrung ein gequältes und getötetes Lebewesen zu essen, wenn es eine Alternative gibt. Das ist nicht männlich – das ist ignorant.

 

5. Welche Argumente, meinst du, benötigen einige Männer um zum Umdenken bewegt zu werden
(wenn es nicht die eigene Frau ist)?

Dein Leben wird besser – nicht schlechter. Es ist die große Angst des Mannes, dass er ohne tierische Produkte in seiner Nahrung – plötzlich weniger Genuss am Essen hat. Diese Angst gilt es zu nehmen. Und natürlich, dass Männer mit pflanzlicher Ernährung ohne Probleme alle Nährstoffe (Stichwort: Proteine für Muskelaufbau) bekommen.

 

6. Eine Frage zu deinen persönlichen Erfahrungen. Wie reagieren Männer darauf, wenn sie
mitbekommen, dass du vegan lebst?

Eigentlich ganz normal. Dumme Sprüche kommen selten dazu. Liegt aber auch daran, dass ich mein Umfeld weise wähle und versuche, Idioten aus dem Weg zu gehen 😉

 

7. Wie hat dein Umfeld auf deine Entscheidung vegan zu leben reagiert?

Es kamen natürlich die üblichen Sprüche wie: „Ja, aber Nährstoffmängel, Protein, Eisen.. etc.“ „Fehlt dir dann nicht was?“. Aber mittlerweile – nachdem ich auch 40 Kilo abgenommen hatte, topfit bin (u.a. 2 Marathons gefinished), so gut aussehe und fühle wie nie, kommt sowas nicht mehr.

 

8. Wie reagierst du auf Kritik bzgl. deiner Ernährungsweise?

Ich ersticke jede Kritik mit wohl überlegten Argumenten bezüglich gesunder veganer Ernährungsweise. Hat bislang zu 100 % immer funktioniert. Und das liegt nicht daran, dass ich so ein toller Hecht bin, sondern eben daran, dass es kein einziges (sinnvolles) Argument gegen eine vegane Ernährungsweise gibt. Sollten „dumme“ Kommentare kommen und ich merke sofort, dass mein Gegenüber für Argumente nicht empfänglich ist, dann spare ich mir die Lebenszeit für eine Antwort und ignoriere es.

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9. Wie reagieren Frauen auf deinen Ernährungsstil?

Fast ausschließlich positiv.

 

10. Ist es dir wichtig, dass dein/e Partner/in auch vegan lebt?

Mittlerweile wäre es wohl schon schwierig, da vegane Ernährungsweise schon sehr viel mit fundamentalen Einstellungen zu gewissen Dingen im Leben bedeutet. Auf der andere Seite: Wenn ich jemanden liebe, dann ja das Gesamtpaket – sprich auch Sachen (dass die Person Fleisch isst z.B.), die mir nicht so gefallen. Als ich mit meiner Freundin zusammen gezogen bin, ernährte sie sich noch mischköstlich. Ich war bis dato ein Jahr vegan. Und etwa ein Dreivierteljahr danach war sie dann auch vegan. Wobei ich keinerlei Druck ausgeübt hatte. Ich hatte ihr natürlich vollkommen frei gestellt, wie sie sich ernähren will. Habe halt nur regelmäßig vegan für sie gekocht.

 

11. Befinden sich noch andere Veganer oder Vegetarier in deinem Umfeld oder bist du (noch) der
Einzige?

Mein Freundin und vereinzelte Personen. 20 Prozent würde ich sagen.

 

12. Was ist dein liebstes veganes Produkt?

Eines zu nennen ist schwer – gibt so viel Leckeres. Aber Räuchertofu (vom Aldi) finde ich mega.

 

13. Gibt es noch etwas was du noch nicht veganen Männern mit auf den Weg
geben möchtest?

Sei kein Angsthase und probiere es einfach mal aus – lohnt sich!

 

 

Lieber Oliver, ich danke dir für deine Teilnahme! Ich fand es toll zu lesen, dass es anscheinend schon immer in der gebrodelt hat, wenn es um den Fleischkonsum ging. Klasse, dass du dich selbst kritisch hinterfragt hast und zu dem Entschluss gekommen bist, dass es so nicht weitergeht. Deine Antworten dienen einigen Männern sicherlich als Stütze und machen ihnen Mut. Danke dafür!

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Wenn du männlich bist, vegan und auch deine Erfahrungen mit anderen teilen willst, dann melde dich gerne bei mir und ich sende dir den Fragebogen zu! Ich freue mich auf deine Nachricht!

 

Hier geht es zu Teil 1: Männer inspirieren Männer Interviewaktion

Hier sind weitere Interviews der zweiten Runde der großen Interviewaktion: Männer inspirieren Männer