Wie ich vegan wurde …

Wusstest ihr schon …

dass ich mich bis zu meinem 25. Lebensjahr versucht habe anzupassen? Ich war schon immer anders. Außenseiter, Einzelgänger und hab immer gedacht, dass ich krank bin. Dass ich mich ändern muss, um glücklich werden zu können. Das ich auch all die Dinge anstreben muss, die die Gesellschaft vorgibt: Karriere, Geld, Auto, Prestigewaren (Markenklamotten, Technikkram usw.) Ich dachte, dann werde ich endlich glücklich. Dann werde ich akzeptiert und bin nicht mehr so ausgeschlossen.

Ich war todunglücklich damit, aber das liegt ja daran, dass ich krank bin dachte ich.

Ich hatte damals die Fanseite meiner Lieblingsband Ill Nino mitbetreut. So lernte ich Jim kennen. Und das brachte den Stein ins Rollen. “Dein Kosum tötet …” hat er gepostet. “Dein Konsum finanziert Folter und Qual …” Was für ein Spinner! Ist der nicht ganz dicht? So ein Unsinn! Als ob ich Kuhbabys was tun würde. Der muss doch nicht ganz sauber sein, allen normalen Menschen sowas zu unterstellen. Baumumarmender-Hippie eh! Weiß der nicht wie anstrengend es ist, “normal” zu sein! Wie viel Kraft das kostet! Wie um Himmels soll ich mich dann noch damit beschäftigen, was mit anderen ist?
Oh man. Was war ich wütend. Jeden einzelnen typischen Omni-Spruch hab ich gebracht. Eiskalt. Ich musste doch unbedingt die Schuld von meinen Schultern schieben, die er mir aufladen will. Ich hab’s ja noch nicht mal geschafft normal zu sein. Kämpfe mich durch jeden Tag. Traurig und innerlich leer. Aber das liegt ja nur an mir – weil ich nunmal krank bin.

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Ich konnte aber nicht zulassen, dass Jim weiterhin solche störenden Beiträge postet. Also muss ich nur kurz recherchieren, um ihm zu beweisen, dass er unrecht hat. Aus dem “kurz” wurde ein halbes Jahr. Aus dem Unsinn wurde Wahrheit.

Ich war sooo unglaublich wütend! So eine verfluchte Scheiße! Da quäle ich mir einen ab, um “normal’ zu sein und dann stellt sich raus: “Normal” ist fatal!

Über eine FB-Gruppe die Jim dann aufgemacht hat, traf ich auf Jessica. Meine Fresse! Was für eine schöne Frau. Ich muss also keine Juteklamotten tragen, wenn ich anders lebe. Ist ja cool.

Wahnsinn was sich seitdem verändert hat. Wie ich mich verändert habe. Ich habe mich in den letzten beiden Jahren erst richtig kennengelernt. Die innere Stimme nicht mehr niedergeknüppelt. Ich hab gelernt, dass es genau diese innere Stimme ist, die Glück bedeutet. Ich bin immer noch Einzelgänger. Aber das ist mir einfach komplett egal geworden. Lieber bin ich allein, als meine Zeit mit Menschen zu verbringen, die das Messer schon hinterm Rücken halten. Denn das ist leider so, da die wenigsten Menschen gar nicht wissen was Loyalität ist. “Da halte ich mich lieber raus” ist der ekelhafteste Satz den ich kenne.

Ich habe so viel gelernt und ich lerne jeden Tag weiter. Anstatt mir selbst Krankheit zu bescheinigen, geh ich nun hocherhobenen Hauptes durch die Welt. Lebe im Einklang mit mir und tue nichts mehr, was ich nicht vertreten kann. Denn nicht nur mein Rückgrat steht, sondern auch meine Mittelfinger

Übrigens ist mein Handeln und Denken ganz einfach strukturiert, nahezu infantil: In richtig und falsch. In gerecht und ungerecht. Die zugrunde liegende Frage: Schade ich damit jemandem (Mensch/Tier) – ja oder nein? Und ich sehe nicht mehr weg. Halte mich nicht mehr raus. Das habe ich viel zu lang getan.

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Danke Jim! Danke, dass du mich wach gerüttelt hast. Danke Jessy, dass du mich seitdem begleitest und mir beistehst.

Ich werde nie vergessen, was ihr für mich getan habt!

 

Geschrieben von Alin Pelikowsky