Interview mit Petra: Eine vegane Mama lehrt ihren Zwillingen Empathie und Respekt ggü Tieren


„Nachdem beide Kinder zwei Jahre lang gestillt wurden, wissen sie, dass Mamamilch für Menschenkinder ist und Kuhmilch für Kuhkinder. Sie verstehen intuitiv, dass es verkehrt ist, Kühe ihrer Milch zu berauben, Mütter und Kinder zu trennen.“

Heute teile ich das Interview mit Petra mit euch. Ein wunderbares Interview! Petra ist eine vegane Zwillingsmama und teilt euch mit, wie sie ihren kerngesunden Zwillingen ethische Werte vermittelt. Mit Herz, Selbstbewusstsein und Mut berichtet sie, wie sie ihren Kinden beibringt, wie diese nicht als Sonderlinge von ihrem Umfeld wahrgenommen werden. 

  1. Wie lange lebst du vegan? Was war dein Auslöser?

    Ich lebe seit fünfeinhalb Jahren vegan. Zuvor habe ich seit meinem 15ten Lebensjahr vegetarisch gelebt. Über viele Jahre standen viele andere Themen im Fokus meines Lebens, so dass ich mich über einen langen Zeitraum hinweg nicht mit Tierschutz / Tierrechten und Ernährung auseinandergesetzt habe. Zudem hatte ich damals das trügerische Gefühl, als Vegetarierin bereits sehr viel für Tiere und Umwelt zu tun.

    Das änderte sich schlagartig, als ich begann mich mit den Hintergründen veganer Lebensweise auseinander zu setzen. Grund dafür war meine erste Hündin, die aus dem Tierschutz stammt. Darüber habe ich begonnen mich intensiv mit Tierschutz zu beschäftigen und über Facebook entsprechende Kontakte geknüpft. So erfolgte die aus meiner Sicht unvermeidliche Auseinandersetzung mit Massentierhaltung, Milchindustrie, dem Töten von männlichen Küken usw. Ich konnte die Augen vor meinem Wissen nicht mehr verschließen und viele Bilder haben sich für immer auf meine Netzhaut eingebrannt. Zu diesem Zeitpunkt war ich bereits online mit vielen vegan lebenden Menschen vernetzt, die mich inspiriert haben. So war es für mich nur konsequent auf eine pflanzenbasierte Ernährung umzusteigen. Nach und nach dehnte sich die Ernährung auf eine Lebensweise, eine Lebenshaltung aus.

  2. Du bist momentan/warst schwanger und ernährst dich vegan. Hattest du zu Beginn der Schwangerschaft Bedenken, weil du dich vegan ernährst?
    2013 war ich mit meinen Zwillingen schwanger und habe mich auch währenddessen ausnahmslos vegan ernährt.Bedenken und Zweifel hatte ich anfangs durchaus. Meine Motivation vegan zu leben, nährte sich zunächst nicht aus gesundheitlichen, sondern aus tierethischen und ökologischen Gründen. Ich hatte mich zwar relativ gut informiert, wie ich mich gesund und ausgewogen vegan ernähren kann. Letztendlich spielten die ernährungsphysiologischen Aspekte einer veganen Ernährung für mich zu diesem Zeitpunkt eine eher untergeordnete Rolle.Ich war zu Beginn der Schwangerschaft fast 39 Jahre alt und schon kurz davor mich von dem Wunsch, Mutter zu werden, zu verabschieden. Mein Vertrauen in meinen Körper war angeknackst. Und dann wurde mir dieses wunderbare Geschenk gemacht! Zwillinge! (Übrigens ganz natürlich und mit viel Liebe gemacht ;)) Ich spürte überdeutlich, nun nicht nur für mein eigenes, sondern eben für zwei weitere Leben Verantwortung übernehmen zu müssen. In diesem Zusammenhang tauchten in mir zu Beginn der Schwangerschaft Unsicherheiten auf.In meinem unmittelbaren Umfeld lebte niemand vegan, schon gar keine Schwangeren. Mir fehlte schlicht der Austausch.Über Facebook fand ich eine Gruppe veganer Schwangerer bzw. Mütter. Diesen offenen und sehr persönlichen Austausch habe ich als sehr bereichernd und unterstützend empfunden, zumal sich neben mir zwei weitere schwangere Zwillingsmütter in der Gruppe befanden. Ich las alles was ich zum Thema vegane Schwangerschaft finden konnte und achtete gut auf eine ausgewogene Ernährung. So wurde meine vegane Zwillingsschwangerschaft für mich zur Normalität und ich gewann an Selbstsicherheit
  3. Wie sind und waren die Reaktionen deines Umfelds auf diese Ernährungsweise? Falls du Kritik erhältst, wie gehst du damit um?

    Aus meinem direkten Umfeld gab es keine nennenswerte Kritik an meiner Ernährungsweise.

  4. War es schwer für dich vegan-freundliche Ärzte und Hebammen zu finden?

    Meine Hebamme war da sehr offen und hat schnell gemerkt, dass ich mich gut mit dem Thema vegane Ernährung auseinandergesetzt habe.

    Bei den Ärzten sah es leider anders aus …

  5. Wie war bzw. sind die Reaktionen der Ärzte auf deine Ernährungsweise?
    Meine Gynäkologien reagiert anfangs ebenfalls offen und interessiert. Allerdings wurde meine Schwangerschaft von Beginn an auf Grund meines Alters und der Zwillingsschwangerschaft in die Kategorie „Risikoschwangerschaft“ verbucht. „Und dann auch noch vegan!“ hat sich die Ärztin wohl gedacht. Obwohl meine Blutwerte immer gut waren, machte sie meine Ernährungsweise auf unangenehme Art und Weise immer wieder zum Thema.Bereits in der 20.ten Schwangerschaftswoche musste ich wegen Blutungen und vorzeitigen Wehen vorübergehend stationär im Krankenhaus aufgenommen werden. Auslöser dafür war natürlich nicht die vegane Lebensweise, sondern ein Infekt. Dieser wurde auf Grund eines Missverständnisses zwischen dem Krankenhaus und der behandelnden Gynäkologin nicht nahtlos behandelt, so dass er weitere Komplikationen nach sich zog. Selbstverständlich folgte ein Wechsel der Ärztin. Die neue Gynäkologin ging viel entspannter mit dem Thema um bzw. war es kaum Thema.
  6. Hattest du während der Schwangerschaft Gelüste auf tierische Produkte? Falls ja, wie hast du das für dich interpretiert und was hast du dagegen unternommen?
    Diese Frage kann ich kurz beantworten: Nein, zu keiner Zeit.

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  7. Besonders in der Schwangerschaft müssen Frauen darauf achten, die richtigen Nährstoffe zu sich zu nehmen. Viele supplementieren daher Schwangerschaftspräparate. Hast du diese genommen und worauf hast du noch besonders geachtet bzw. achtest du?
    Meinen Wunsch schwanger zu werden, habe ich mit Folio forte unterstützt. Vitamin B12 und Vitamin D supplementierte ich bereits vor der Schwangerschaft. Zusätzlich habe ich ein Omega-3-Präperat eingenommen, sowie phasenweise ein veganes Kombipräperat für Schwangere. Rückblickend würde ich behaupten, dieses diente mehr meiner eigenen Beruhigung, als dass es einen ernährungsphysiologischen Nutzen hatte.Als meine Eisenwerte absanken, konnte ich mit einem veganen Eisensupplement gut dagegen steuern.
  8. Hast bzw. Hattest du generell das Gefühl, dass dir was fehlt?
    Nein, zu keinem Zeitpunkt. Bzw. hat mir mein Körper stets verlässlich angezeigt, was er grade benötigt.
  9. Lebt dein Partner auch vegan? Falls nicht, wie reagierte er auf deinen Entschluss, den Veganismus auch in der Schwangerschaft fortzuführen.
    Nein, mein Lebensgefährte lebt nicht vegan. Ich allerdings bereits zum Zeitpunkt unseres Kennenlernens. Für mich gab es nie eine Alternative zu einer veganen Ernährung während Schwangerschaft. Er wusste ja, dass ich mich ausführlich damit auseinandergesetzt hatte und vertraute darauf, dass ich mich gut und ausgewogen ernährte.
  10. Gab es Schwierigkeiten während der Schwangerschaft, weil du dich vegan ernährst?
    Nein, zu keinem Zeitpunkt. Ich möchte fast ergänzen: im Gegenteil. Ich hatte keine der typischen Schwangerschaftsbeschwerden wie Gestationsdiabetes oder massive Wassereinlagerungen – noch nicht einmal Heißhunger auf extravagante Lebensmittelkombinationen. Die Gesamtgewichtszunahme von 14 Kilo hielt sich auch durchaus im Rahmen.
  11. Was ist dein Tipp an vegan lebende Schwangere? Auf was sollen sie besonders achten?
    Mein Resümee ist recht überschaubar: Bildet Banden! Nein, im Ernst: schafft euch ein unterstützendes, wohlwollendes Umfeld. Tauscht euch mit anderen veganen Schwangeren aus. Lasst euch durch Ärzte nicht verunsichern – die meisten haben sich meiner Erfahrung nach nicht halb so viel mit dem Thema auseinandergesetzt, wie ihr. Wenn ihr euch schlecht betreut oder gar stigmatisiert fühlt, wechselt den Arzt. Sucht euch frühzeitig eine vegan-freundlich Hebamme.Vertraut auf euren Körper. Achtet auf euch.Und für den Notfall – möge er nie eintreten: Wenn ihr stationäre ins Krankenhaus aufgenommen werden müsst, macht euch darauf gefasst, dass vegane Ernährung dort als etwas Exotisches betrachtet wird. Ich habe gute Erfahrungen damit gemacht, mich direkt mit der Küche verbinden zu lassen. Ansonsten hilft oft nur die Fremdversorgung durch Dritte.
  12. Was ist dein Rat an vegan lebende Schwangere, wenn das Umfeld ständig Diskussionen beginnt und Kritik äußert?

    Mit Fachwissen und Gelassenheit überzeugen oder kalt abblitzen lassen. In vielen Diskussionen um vegane Ernährung bin ich auf Menschen getroffen, die ohnehin nicht zugänglich für gute Argumente sind. Hier spart man sich die Auseinandersetzung lieber.

  13. Falls dein Kind schon auf der Welt ist: Hattest du nach der Geburt Schwierigkeiten einen vegan-freundlichen Kinderarzt zu finden? Wie waren die Reaktionen und wie bist du damit umgegangen?

    Oh ja! Der erste Arzt äußerte sich sehr abfällig über die vegane Ernährung. Allen Bemühungen zum Trotz reichte meine Muttermilch nicht aus, um beide Kinder voll zu stillen. Ich wollte mich über eine vegane Alternative zur konventionellen PRE-Milch beraten lassen und wurde als unverantwortliche und unwissende Mutter stigmatisiert. Und das, obwohl ich mich zum einen im Netz bereits belesen hatte und zum anderen so verantwortungsvoll (so dachte ich zu diesem Zeitpunkt jedenfalls) war, einen Kinderarzt zu diesem Thema zu konsultieren.

    Zu dem damaligen Zeitpunkt war ich noch sehr geschwächt von der schwierigen Schwangerschaft, dem ungewollten Kaiserschnitt und meiner neuen Rolle als Zwillingsmutter. Ich hatte schlicht keine Kraft etwas dagegen zu setzten und habe zu einer Ärztin gewechselt, die sich an unserer Ernährung nicht störte. Dennoch habe ich mich so sehr verunsichern lassen, dass ich mit konventioneller PRE zugefüttert habe. Meine Erleichterung war maßlos, als wir endlich darauf verzichten konnten.

    Nach unserem Umzug von Berlin aufs Land habe ich zu meinem Erstaunen mitten auf dem Land einen sehr aufgeschlossenen, kompetenten Arzt gefunden. Er kommt nach eigenen Aussagen selbst aus einer vegetarischen Familie und hat großes Zutrauen in die vegane Ernährungsweise.

    Erst gestern hatten wir wieder ein tolles Erlebnis mit ihm: ich selbst habe die Vorgabe getroffen, einmal jährlich die Blutwerte der Kinder überprüfen zu lassen. In den vergangenen Jahren waren diese immer gut.

    Gestern sollte also die jährliche Blutabnahme stattfinden. Alles war perfekt vorbereitet: ich hatte mir extra Urlaub genommen, im Vorfeld Emla-Pflaster besorgt, die Kinder vorbereitet, ein sehr erfahrenes Team stand bereit – und dann floss bei beiden Kindern einfach nur sehr sehr wenig Blut.

    Wir haben die Aktion dann nach einigem Bemühen abgebrochen. Unser Arzt meinte, dass er die Blutuntersuchung als nicht notwendig betrachte, da die Kinder vor „Gesundheit und Lebensfreude“ strotzen. Also ist die Blutuntersuchung vorerst vertagt, bis vielleicht ins nächste Jahr.

    Es war für mich nie eine Option, dem behandelnden Arzt unsere Lebens- und Ernährungsweise vor zu enthalten. Ich möchte meinem Arzt Vertrauen können und das lässt sich nicht mit dem Gefühl vereinbaren, etwas verschweigen zu müssen. Vegan zu leben muss normal sein dürfen –  auch beim Arzt.

    Abgesehen davon bin ich mir sicher, dass zukünftig immer mehr Menschen vegan leben werden. Diesem Umstand müssen früher oder später auch die Ärzte Rechnung tragen und sich entsprechend umfassender informieren. Wer sich ausschließlich auf die Empfehlungen der DGE e.V. verlässt, disqualifiziert sich umgehend. Immerhin hat sich bereits schon vor mehreren Jahren die A.N.D. (Academy of Nutrition and Dietics), die größte Organisation von Ernährungswissenschaftlern- und beratern in den USA, positiv zu einer gut geplanten, ausgewogenen vegane Ernährung positioniert. Sie bezeichnet eine solche als für jeden Lebenszyklus geeignet, also incl. Schwangerschaft, Stillzeit, Säuglingsalter, Kindheit und Erwachsenenalter. Prominente Unterstützung erhielt die A.N.D. ebenfalls schon vor einige Jahren durch das australische National Health and Medical Research Council.

    Nur für das deutsche Hänschenklein muss vegan noch gruslig sein…

     

  14. Wirst du dein Kind weiterhin vegan ernähren?
    Selbstverständlich. Die Zwillinge werden im Oktober vier Jahre alt und meine Tochter hat bereits vor einigen Monaten verkündet, dass sie nie Tiere essen möchte. Das Thema hat ganz natürlich seinen Einzug in unseren Alltag gefunden. D.h. wir haben immer dann darüber gesprochen, wenn sich Gesprächsanlässe ergeben haben. Steilvorlagen bieten leider viele Kinderbücher, die eine verlogene Bauernhofidylle zeichnen, die es so wahrlich noch nie gegeben hat. Das könnte ich so nicht unkommentiert stehen lassen, ohne dass ich das Gefühl hätte, meine Kinder zu belügen.Nachdem beide Kinder zwei Jahre lang gestillt wurden, wissen sie, dass Mamamilch für Menschenkinder ist und Kuhmilch für Kuhkinder. Sie verstehen intuitiv, dass es verkehrt ist, Kühe ihrer Milch zu berauben, Mütter und Kinder zu trennen. Dass Fleisch aus Tieren gemacht wird wissen sie, verstehen es altersangemessen natürlich nur bedingt.

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    Ich habe nicht den Eindruck, meinen Kindern etwas aufzudrängen, vielmehr bin ich um Vorleben bemüht. Anderen Lebewesen, unabhängig von ihrer Spezies mit Empathie und Respekt zu begegnen, sollte selbstverständlich sein und sich nicht nur auf sogenannte Haustiere erstrecken.

    Meine Tochter hat vor Kurzem herausgefunden, dass ihre Schuhe nicht vegan sind. (Ich habe für mich aus Kostengründen den Kompromiss getroffen, auch mal hochwertige, gebrauchte Kinderschuhe aus Leder zu kaufen.) Sie war empört und forderte ein, dass ab sofort nur noch vegane Schuhe gekauft werden!

    Bekommen beide außer Hauses etwas zu essen angeboten, fragen sie schon automatisch, ob es vegan ist. Wenn nicht, essen sie es eben nicht. Bekommen sie unvegane Süßigkeiten geschenkt, tausche ich mit ihnen gegen eine vegane Leckerei. Es gab eigentlich nur einmal Unmut deswegen. Ich habe in diesem Fall meiner Tochter die Entscheidung überlassen und sie hat die Süßigkeit letztendlich nicht gegessen.

    Sollten sich meine Kinder irgendwann für einen anderen Weg entscheiden, werde ich dies akzeptieren. Bis dahin habe ich ihnen hoffentlich alles mitgegeben, was sie für eine Entscheidungsfindung benötigen.

  15. Wie sind deine Erfahrungen mit deinem Umfeld auf deine Entscheidung dein Kind vegan zu ernähren?
    In erster Linie habe ich sehr positive Erfahrungen gemacht.Meine Eltern, bei denen die Kinder regelmäßig sind, halten immer vegane Lebensmittel und Süßigkeiten bereit. Ich bin mir sicher, dass mein Vater eine geheime Freude daran entwickelt hat, im Bioladen oder Supermarkt vegane Lebens- und Genussmittel zu entdecken und uns zu kredenzen. Ich kann mich 100% darauf verlassen, dass sie meinen Kindern nicht heimlich etwas unveganes anbieten würden, auch wenn sie selbst Tiere und tierische Produkte essen.Bei Familienfeiern gibt es entweder eine vegane Alternative oder wir sprechen uns zuvor ab und ich bringe etwas mit.Wir haben das große Glück, dass – der ländlichen Wohnsituation zum Trotz – es in unserem ohnehin vegetarischen Kindergarten derzeit insgesamt sechs vegane Kinder und eine (fast) vegane Erzieherin gibt. So wird auch täglich eine vegane Alternative frisch zubereitet. Zudem fühlen sich meine Kinder nicht „irgendwie anders“, weil es ja noch mehr vegane Kinder gibt. An Geburtstagen bringen die Eltern entweder von sich aus veganes Gebäck o.ä. für alle mit oder meine Kinder bekommen alternativ vegane Plätzchen, die für diesen Zweck im Kindergarten deponiert wurden.Die Tagesmutter, bei der die Zwillinge zuvor waren, hat sich extra für die beiden mit veganer Kinderernährung vertraut gemacht und mit viel Liebe und Mühe gekocht.Ich bin sehr dankbar dafür all diese tollen, bemühten Menschen um uns herum zu haben, denn mir ist durchaus bewusst, dass diese Akzeptanz und Unterstützung nicht selbstverständlich sind.interview_vegane_schwangerschaft-petra-2
  16. Kannst du Vergleiche ziehen, indem du schon einmal eine unvegane Schwangerschaft vollzogen hast?

    Nein, das kann ich nicht.

  17. Jede Schwangerschaft ist anders. Somit hat auch jede Frau mit unterschiedlichen Beschwerden zu kämpfen. Welche traten bei dir auf und was hast du dagegen getan?

    Ich habe ja oben bereits von ernsteren Komplikationen gesprochen. In diesem Fall war der Einsatz von Medikamenten unerlässlich. Gegen mein starkes Sodbrennen haben anfänglich noch Hausmittelchen wie einen Teelöffel Senf essen oder Mandel kauen geholfen. Aufgrund der Position der Kinder wurde es allerdings irgendwann so unangenehm, dass auch dies nicht mehr geholfen hat.

    Mir haben die Produkte von Stadelmann, Tees und Öle, während der Schwangerschaft sehr gut getan.

    Ansonsten würde ich rückblickend noch stärker auf meine eigenen Bedürfnisse achten und dementsprechend handeln.

  18. Möchtest du den Lesern noch etwas mitteilen? Dann lass deinen Gedanken freien Lauf.
    Ich bin mir sicher: die Zukunft ist vegan, muss aus ökologischen Gründen vegan sein. Zumindest größtenteils. Und diese Zukunft werden unsere Kinder mit gestalten.Ich freue mich schon jetzt auf all die Menschen, die nicht Teil des Systems der Tierausbeutung waren und deren Werte- und Normen nicht verinnerlicht haben. Für die Tiere schon immer fühlende, liebende Lebewesen waren und kein Lebensmittel. Die in den Wald gehen, um Natur zu erleben und nicht in einen Zoo.

    Ich gebe mich nicht der Illusion hin, dass dann alles besser wird, – aber ich trage die Hoffnung in mir, dass sich für vieles zum Guten wendet. Denn wir Menschen sind, auch wenn es vielen nicht bewusst sein mag, eng mit der Tier- und Pflanzenwelt verbunden. Das Ende der Ausbeutung von Tieren wird sich unmittelbar auf die Umwelt auswirken. Wenn ich abschließend noch einmal phantasieren darf: vielleicht werden wir Menschen auch einen neuen, positiveren Umgang miteinanderfinden.

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Liebe Petra, du hast die Interviewfragen wunderbar beantwortet. Man liest sofort heraus, dass du mit Herzblut dabei bist und du ganz klar hinter deinen Werten stehst. Es ist wunderschön zu lesen, dass du deinen Kindern so wichtige Werte, wie Empahtie und Respekt gegenüber Tieren beibringst. Solche Kinder braucht unsere Welt! 🙂 Danke für deinen Einsatz, deine Werte und dein Fühlen! Ich wünsche dir von Herzen alles Gute für eure Familie! Bleib weiterhin so mutig und überzeugend! 

 

Hintergrundinformationen zur Interviewreihe gibt es im folgenden Artikel, dort erfährst du auch, wie du teilnehmen kannst, falls du ebenfalls schwanger bist oder Mutter und zudem vegan lebst. Ich freue mich auf euer Feedback und auf weitere Teilnehmerinnen! Lasst uns gemeinsam zeigen, dass vegan tatsächlich ohne Probleme in jeder Lebensphase möglich ist, so lange man sich ausgewogen und bewusst ernährt. 🙂

 

Bisherige Interviews mit vegan lebenden Schwangeren bzw. Müttern:

 

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Über V Change Makers

V Change Makers (VCM) ist eine Initiative, die mit Leichtigkeit aufzeigt, dass vegan leben keinen Verzicht bedeutet. VCM liefert praktische Alltagstipps, wertvolle Produktempfehlungen und zeigt einfache Lösungen auf, wie man den Veganismus ohne Probleme in den Alltag integriert. Geführt wird VCM von Jessica Aschhoff (geborene Schlechter). Die 33-jährige ist seit Jahren in der veganen Szene aktiv und leistet Aufklärungsarbeit. Ihr Ziel ist es, den Veganismus gesellschaftsfähig zu machen. Modern, zeitgemäß und aufgeschlossen.