Ausflugtipp: Tierpark Sababurg

Tierpark Sababurg: Nicht perfekt, doch besser als jeder Zoo

Am Wochenende besuchte ich meine Familie in meiner Heimatstadt Kassel. Seit einigen Jahren lebe ich nun nicht mehr dort, doch ein paar Mal im Jahr besuche ich meine Familie. Da mein Mann und ich für ein paar Tage blieben, überlegten wir uns ein paar Aktivitäten an denen die ganze Familie teilnehmen könnte. Da meine Schwester einen 3 jährigen Sohn hat und ich hochschwanger bin, musste ein Familienausflug auch dementsprechend angepasst werden. Wir entschieden uns dazu am Wochenende, an einem Sonntag, den Tierpark Sababurg zu besuchen. Da ich gegen Zoos bin, kann ich mich mit einem Tierpark noch gerade so anfreunden. In Zoos sind die Tiere meistens in viel zu kleinen Gehegen eingesperrt und den Besuchern oft ausgeliefert. Die Gehege sind oftmals nicht „artgerecht“ gebaut, abgesehen davon, dass wohl kein Gehege jemals völlig artgerecht sein könnte, doch oft können sich die Tiere nicht in Ruhezonen begeben oder gut genug verstecken. Denn die Besucher zahlen dafür Tiere zu sehen, somit ist es gewollt, dass sich die Eingesperrten nicht allzu sehr zurückziehen können.

Der Tierpark Sababurg ist mit üblichen Zoos nicht vergleichbar. Allein die Gehege der Tiere sind riesengroß und bieten sehr viel Auslauffläche, sowie Rückzugsorte. Wenn man Pech hat, sieht man kein Tier, dann ist das halt so. Das muss man akzeptieren.  Wir Menschen sind dort nur zu Besuch, nicht mehr, nicht weniger. Das muss jeder Besucher akzeptieren.

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Laut Webseite befinden sich ca. 80 Tierarten im Park auf 130ha. Wie ihr euch vorstellen könnt, ist der Tierpark somit riesig. Es gibt so viel zu entdecken, dass man den Park an einem Tag gar nicht schafft. Es gibt schöne weitläufige Wege und Pfade, vorbei an Tiergehegen mit Infotafeln bis hin zu Kinderspielstationen und Grillplätzen. Auch Kontaktbereiche sind eingerichtet. In diesen Bereichen kann man die Tiere streicheln und füttern. Doch die Tiere haben auch die Möglichkeit sich zu entziehen und einen ruhigen Platz zu suchen. Ich war nun öfters da und ich muss sagen, dass sich die meisten Leute sehr respektvoll den Tieren nähern. Man merkt recht schnell, wenn z. B. eine Ziege nicht noch zum 150mal gestreichelt werden will. Dann lässt man sie eben in Ruhe und betrachtet sie aus der Ferne. Die Kontaktbereiche unterscheiden sich jedoch. Es gibt Bereiche, da können sich die Tiere den Menschen nähern und falls sie das nicht wollen, bleiben sie einfach weg. Doch andere Kontaktbereiche ähneln eher Streichelzoos. In diesen Bereichen sollte man genau darauf achten, ob die Tiere eventuell nicht schon genug von Menschen haben. Manche Tiere zeigen dies ganz deutlich. Vor allem Ziegen. In dem sie starr stehen bleiben, den Kopf senken und sehr schlecht gelaunt wirken. Das muss man akzeptieren und das Tier in Ruhe lassen.

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Ich weiß gar nicht genau, ob ich jemals den gesamten Park entdeckt habe. Jedes Mal entdecke ich eine weitere Tierart und ein neues Gehege.

Zudem gibt es einige Raststellen, die im ganzen Park verteilt sind. Dort stehen Tische und Bänke, teils auch überdacht. Viele Familien nehmen daher Essenspakete mit und machen zwischendurch immer mal wieder Rast. Daher nicht wundern, wenn ihr viele Familien mit Bollerwagen seht.

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Besonders schön sind auch die verteilten Spielplätze. Z. B. einer Wasserstation, dort können Bäche gebaut und Wasser gepumpt werden.  Des Weiteren gibt es sogar einen Märchengottesdienst. Auch ein Autoscooter und eine Bimmelbahn gibt es. Der Sohn meiner Schwester ist erst drei Jahre alt, doch er kann schon so gut Auto fahren, das wir jedes Mal erstaunt sind. Er war der King beim Autoscooter 🙂

 

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Kritik am Tierpark Sababurg

Fast alle Gehege, die ich bis jetzt gesehen habe, waren völlig in Ordnung. Große weite Auslaufflächen, Ruhezonen und Versteckmöglichkeiten. Doch 2 Gehege sind mir bis jetzt sehr sauer aufgestoßen und zwar das Pinguin- und das Eulengehege.

Das Pinguingehege ist sehr klein und sehr gut besucht. Die Pinguine haben kaum Rückzugsmöglichkeiten, zudem ist es dort sehr laut, da sehr viele Familien mit Kindern das Gehege besuchen. Und auch neben den überwiegend respektvollen Familien gibt es auch diejenigen, die von dem Wort Respekt noch nie was gehört haben. Ich habe schon mehrmals beobachtet, wie Kinder nach den Pinguinen geschnappt haben, sie angebrüllt haben und ihnen keine Ruhe ließen. Die Eltern sagten in solchen Fällen nichts. Nichts! Keine Ermahnung. Keine Erklärung, dass man mit Tieren nicht so umgeht. Einfach nichts. Nun gut, sehe ich sowas, schreite ich ein. Ich habe die Eltern und die Kinder darauf hingewiesen, dass so ein Verhalten nicht in Ordnung ist. Des Weiteren bin ich danach jedes Mal zur Kundeninformation gegangen und habe meine Meinung kundgetan. Zu kleines Gehege, kaum Versteckmöglichkeiten, die Lautstärke sowie Leute, die nicht genug Abstand gegenüber den Tieren einhalten. Selbst angerufen habe ich schon um wirklich Druck zu machen. Ich hoffe, es hat etwas bewirkt. Allerdings musste ich bei meinem letzten Besuch feststellen, dass das Gehege weder größer geworden ist, noch weniger Familien Zutritt haben oder ähnliches. Schade!

Des Weiteren widerstrebt mir das Eulengehege. Der Tierpark Sababurg beherbergt Eulen, die eine Spannbreite von fast 2 Metern haben. Doch die Gehege sind so klein, dass dort niemals eine Eule wirklich fliegen könnte. Es ist sehr traurig, diese wunderschönen Tiere in solch kleinen Käfigen zu sehen.
Es ist schon kurios. Manche Gehege sind so riesig, dass die Tiere ein „gutes“ Leben führen können, andere wiederum so klein und mit wenigen Rückzugsmöglichkeiten, dass man nicht mehr von einem „guten“ Leben sprechen kann.

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Meine Ansicht über Tierparks (Tierpark Sababurg)

Ich kenne nicht viele Tierparks, daher basiert meine Meinung überwiegend auf den Erfahrungen im Tierpark Sababurg bei Kassel.

Ein Tierpark ist für mich eine Alternative zu Zoos. Die Tiere leben im Park wesentlich freier und natürlicher als sie dies in Zoos könnten. Zudem sind hier oft Tiere zu sehen, die in normalen Zoos kein Geld einbringen würden. Da es hier immer spektakulärere Tierarten geben muss um die Besucher bei Laune zu halten. Im Tierpark Sababurg leben Schweine, Kaninchen, Wellensittiche, Kühe, Schafe, Ziegen usw. Meiner Meinung nach ist so ein Park eine tolle Möglichkeit um schon Kindern in jungen Jahren für diese, bei uns in Deutschland die üblichen, Schlachttiere zu sensibilisieren. Im Park können die Schweine und Kühe erlebt und betrachtet werden. Der Sohn meiner Schwester war ganz begeistert und ermahnte uns im Stall nur noch zu flüstern, weil die Schweinchen ja schlafen würden. Die Lämmchen fand er auch toll und wollte unbedingt in den Kontaktbereich um einen ganz nah zu sein. Ich begrüße solche Begegnungen sehr, denn so können Kinder erstmals Kontakt zu Tieren aufbauen, die hier in Deutschland oftmals ausschließlich auf dem Teller landen. So lernen sie, dass es Schweine nicht nur in toter Fleischform gibt, sondern auch lebendig und mit Lebensfreude. Sehr schön fand ich auch, dass es dort eine Kuh mit einem etwas älteren Kalb gab. So erklärte ich ihm, dass die Milch, die Menschen trinken eigentlich den Kinderkühen gehört und nicht uns. Ein 3jähriger kann das natürlich noch nicht richtig verstehen und die Verbindungen knüpfen, doch kann man mit solchen Besuchen und Erklärungen eine Brücke bauen, auf die er aufbaut. Eine gute Möglichkeit um schon Kindern begreiflich zu machen, dass ihr Stück Fleisch oder ihr Glas Milch den Tieren gehört und wir nicht das recht haben, sie auszubeuten oder ihnen unfassbares Leid anzutun.

Besonders lustig fand der kleine Mann auch, die Dreistigkeit der Esel. Denn als wir im ersten Kontaktbereich waren und die Esel streichelten, näherte sich einer unbemerkt unserem Bollerwagen, schnappte nach dem Tierfutter, welches es dort überall zu kaufen gibt und ging stiften. Wir haben alle so gelacht. Als ich die Tierfuttertüte wieder hatte und sorgfältig im Wagen versteckte, beobachtete mich der Esel und begann hinter uns her zu rennen um an das Futter zu kommen. Mein Vater, der den Bollerwagen zog musste einen ordentlichen Zahn zulegen und rannte vor dem Esel weg. Unser kleiner Mann und wir lachten uns fast scheckig. Eine Szene für die Götter. 🙂

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Nach über 4 Stunden verließen wir den Park und hatten gefühlt, gerade einmal die Hälfte des Parks entdeckt. Es ging ein schöner Familienausflug zu Ende, der für so einige Erinnerungen gesorgt hat. Vor allem für den kleinen Mann, der sich mit den schlafenden Schweinchen solidarisierte und hoffentlich immer mehr begreift, woher Fleisch bzw. tierische Produkte stammen und dass es viel schöner ist, lebendige Tiere zu sehen als tote.

Natürlich ist so ein Tierpark nicht das Non-plus-Ultra, siehe meine Kritik weiter oben. Doch dort geht es Tieren sichtlich besser als in Zoos. Zumal die Tiere im Park die Möglichkeit haben sich zurückzuziehen, falls es ihnen zu viel wird. Dann sieht man sie entweder gar nicht oder aus weiter Ferne. Was völlig in Ordnung ist und auch so sein muss.

Ich kann den Tierpark empfehlen, doch ganz so naiv und hochjubeln sollte man solche Parks auch nicht. Kritik gibt es nun einmal und es ist gut, wenn diese auch geäußert wird. Wenn ihr einen Tierpark besucht und Missstände feststellt, dann diskutiert sie nicht nur unter euch, sondern geht aktiv auf die Tierparkleitung zu und macht gewisse Dinge auch öffentlich. Auch solche Tierparks müssen sich weiterentwickeln. 

 

Weitere Informationen über den Tierpark Sababurg

Webseite

http://www.tierpark-sababurg.de/

Adresse

Tierpark Sababurg
Sababurg 1, 34369 Hofgeismar, Deutschland
 
Eintritt:

Tageskarte

8,00 € Erwachsene und Jugendliche (ab 16 Jahre)

4,50 € Kinder (ab 4 Jahre), Jugendliche (bis 15 Jahre), Schüler und Studenten (mit Ausweis)

6,50 € Schwerbehinderte mit gültigem Ausweis (ab 50% Behinderung)

21,00 € Familienkarte für zwei Erwachsene mit zahlungspflichtigen Kindern (4 – 15 Jahre)

 

Gruppenkarte (ab 15 Personen, wenn eine Person für die ganze Gruppe zahlt)

6,50 € Erwachsene und Jugendliche (ab 16 Jahren)

3,50 € Kinder (ab 4 Jahre), Jugendliche (bis 15 Jahre), Schüler und Studenten (mit Ausweis)

 

Jahreskarte

22,00 € Erwachsene und Jugendliche (ab 16 Jahren)

12,00 € Kinder (ab 4 Jahre), Jugendliche (bis 15 Jahre), Schüler und Studenten (mit Ausweis)

49,00 € Familien-Jahreskarte (Eltern mit ihren Kindern)

49,00 € Großeltern-Jahreskarte (mit eigenen Enkeln)

 

Öffnungszeiten:

Januar bis Februar 10:00 Uhr bis 16:00 Uhr

März 09:00 Uhr bis 17:00 Uhr

April bis September 08:00 Uhr bis 19:00 Uhr

Oktober 09:00 Uhr bis 18:00 Uhr

November bis Dezember 10:00 Uhr bis 16:00 Uhr

 

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