Palmöl: Das ewige Streithema – Vegan oder nicht?


Palmöl – Das ewige Streithema

Palmöl ist ernährungstechnisch gesehen rein vegan, kann also somit von vegan lebenden Menschen verzehrt werden. Jedoch ist der ethische Aspekt sehr umstritten. Einige Veganer ziehen hier eine klare Grenze und verwenden auch nichts, was Palmöl enthält.

Wo zieht ihr eure Grenze? Verwendet ihr Palmöl?

Warum ist Palmöl ethisch überhaupt fragwürdig?

Ganz einfach zu beantworten, weil für den Anbau von Palmöl riesige Flächen im Urwald abgerodet werden müssen. Das zerstört nicht nur immense Grünflächen, sondern vor allem den Lebensraum für zahlreiche Tiere. Dazu zählen z. B. Orang Utans. Ihr Lebensraum wird bis auf die Grundmauern zerstört und nicht nur das, sie werden bei den Rodungen getötet, schwer verletzt oder landen in Gefangenschaft! Alles nicht hinnehmbar. Die massive Nachfrage nach Palmöl steuert die Zerstörung. Nur die bedenkenlose Verwendung dieses Rohstoffes und das massenhafte konsumieren von Produkten macht dies möglich. Palmöl ist billig und kann vielseitig eingesetzt werden. Ob Kosmetik, Reinigungsmittel, Lebensmittel usw. Die praktischen Eigenschaften des Palmöls, wie die enorme Ergiebigkeit und der Spottpreis ermöglichen Herstellern viel Geld zu sparen. Jedoch gibt es auch immer mehr Unternehmen, die darauf gänzlich verzichten ODER Bio-Palmöl verwenden. Bio-Palmöl unterliegt strengen Bedingungen und wird z. B. von Alterra und Alverde (Rossmann und DM Eigenmarkenprodukte) verwendet sowie von zahlreichen anderen Herstellern. Doch auch Bio-Palmöl ist nicht die perfekte Wahl, doch zumindest sind hier , wie schon erwähnt, wenigstens Kriterien vorhanden, die den Anbau und die Gewinnung begrenzen. Die Palmölproblematik ist wieder etwas, worauf wir einwirken können. Durch einen bedachten nachhaltigen Lebensstil kannst du dafür sorgen, dass die Frage nach Palmöl sinkt. 
Wie machst du das am einfachsten?

  • Kaufe frische Produkte und keine Fertigprodukte
  • Verwende Naturkosmetik und achte darauf, ob es sich um Bio-Palmöl handelt. Besser sind natürlich Produkte, die direkt damit werben, dass sie kein Palmöl verwenden. 
  • Kaufe biologische Reinigunsmittel und keine Chemiekeulen. Z, B. Produkte von Sonett.

Niemand verlangt von dir, dass du 1A ethisch korrekt lebst und sonst was für einen Aufwand betreibst um an geeignete Produkte zu kommen. Zudem diese auch unter Umständen sehr teuer sein können. Doch tausche doch das ein oder andere Produkt mal gegen ein Produkt aus, was Bio-Palmöl verwendet bzw. gar kein Palmöl. 🙂

Wenn jeder wenigstens etwas tun würde, wäre der Welt schon um ein vielfaches geholfen! 🙂

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Meine Meinung dazu ist ziemlich klar

Palmöl steckt in zahlreichen Lebensmitteln, Kosmetikprodukten, Reinigungsmitteln etc. In sämtlichen Produkten des Alltags befindet sich Palmöl und das nicht gerade in kleinen Mengen. Doch die meisten veganen Menschen ernähren sich oft von frischen Zutaten und greifen z. B. sehr selten auf Fertigprodukte zurück, die einen hohen Anteil an Palmöl aufweisen oder Chemiekaulen. Somit verbrauchen Veganer durchschnittlich gesehen einen geringeren Anteil an Palmöl, zumindest weniger als Omnis und Co. Zudem verwenden viele Veganer Naturkosmetik und Bio-Produkte, viele dieser Unternehmen achten auf einen geringen bis gar keinen Anteil an Palmöl. Einige verwenden auch Bio-Palmöl, was viel strenger überwacht wird und einigen Kontrollen unterliegt. Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel.

Somit finde ich die ewige Diskussion über Palmöl und ob dieses nun von Veganern verzehrt werden darf oder nicht, unnötig. 1. Es ist vegan (Der Begriff vegan umfasst NUR die Vermeidung von tierischen Lebensmitteln. Alles darüber ist kein MUSS und muss jeder persönlich für sich entscheiden.) 2. Ob es ethisch vertretbar ist, steht auf einem anderen Blatt Papier, wie oben geschildert. Doch hier noch einmal die Anmerkung, dass ein durchschnittlicher Veganer eh weniger Palmöl verbraucht als andere. Daher ist dieses unnötige Gehate, wer nun am vegansten lebt völlig sinnlos und gar kontraproduktiv!! Palmöl ist so verbreitet in Produkten des täglichen Bedarfs, dass es sehr schwer ist, komplett darauf zu verzichten. Ich finde es nicht gut, wenn Leuten die Hölle heiß gemacht wird, wenn sie z. B. ein Glas Schokoaufstrich, in dem Palmöl verarbeitet wird, kaufen. Zeigt lieber gute Alternativen auf als sie zu verurteilen. Das bringt mehr als diese ewigen Diskussionen, dass ein Veganer nicht vegan genug ist, wenn er nicht ganz genau hinschaut, dass ALL seine Produkte komplett und zweifelsohne ethisch und moralisch vertretbar sind. Der Markt entwickelt sich immer und auch diese Alternativen werden kommen. Doch in der Zwischenzeit leben wir in einer völlig unethischen und unmoralischen Welt, daher bin ich über JEDEN froh, der wenigstens etwas macht als gar nichts. Schritt für Schritt wird sich jeder in seinem eigenen Tempo entwickeln. Das wird nur schneller gehen, wenn wir uns gegenseitig Hilfestellungen bieten und keinen Wettbewerb starten, wer von uns am perfektesten lebt!

Ach ja … und kritisiert nicht diese Leute, wenn ihr selbst nicht perfekt lebt ..meistens sind das genau die Leute, die so eine Diskussion von ihrem Plastikgerät aus starten. Schon vergessen? Plastik ist auch nicht das Gelbe vom Ei 😉

„Lieber etwas tun als gar nichts!“ 

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Über V Change Makers

V Change Makers (VCM) ist eine Initiative, die mit Leichtigkeit aufzeigt, dass vegan leben keinen Verzicht bedeutet. VCM liefert praktische Alltagstipps, wertvolle Produktempfehlungen und zeigt einfache Lösungen auf, wie man den Veganismus ohne Probleme in den Alltag integriert. Geführt wird VCM von Jessica Schlechter. Die 32-jährige ist seit Jahren in der veganen Szene aktiv und leistet Aufklärungsarbeit. Ihr Ziel ist es, den Veganismus gesellschaftsfähig zu machen. Modern, zeitgemäß und aufgeschlossen.